Review

Werner Vogt – „zwei Seelen wohnen ach! in seiner Brust“. Auf der einen Seite der sachliche Verwaltungsrichter, auf der anderen Seite das Musikerherz, welches er uns mit seinem Album „Rock ’n‘ Roll Denkmal“ zu Füßen legt.

Schon lange ist der Jurist in der Musikszene aktiv, in seiner ostwestfälischen Heimat gar eine Größe. Nun gibt es ein Album auf die Ohren, das ganz im Stile deutscher Liedermacher sein Solokönnen unter Beweis stellt, denn „Rock ’n‘ Roll Denkmal“ schöpft aus den Vollen der Singer-Songwriter-Kunst.

In 13 Songs (inkl. der Single-Version des Titeltracks) beschränkt sich Werner Vogt dabei allein auf seinen Gesang, seine Tanglewood-Gitarre und ganz seichte dezente Computerdrums. Nur in „Ein Mann“ kommen auch mal zusätzlich Backingvocals zum Einsatz. Diese Zutaten werden harmonisch aufeinander abgestimmt, was sich auch im Sound widerspiegelt.

Entsprechend ruhig, ja fast schon bedächtig fallen die Tracks aus und konzentrieren sich auf den Inhalt der Titel, die Lyrics.
Dabei halten die deutschen Texte einige tiefgehende, einige melancholische und viele poetische sowie emotionale Momente parat, die Vogt beinahe erzählt statt singt.
Seine Artikulierung, leicht nuschelig, sehr warm und äußerst gefühlvoll, erinnert zeitweilig an den namhaften Musiker Udo Lindenberg; da kann es doch wahrlich Schlimmeres geben, als mit solch einer Ikone der deutschen Musikgeschichte verglichen zu werden. Gleichzeitig stellt dies den Geschmack des jeweiligen Hörers auf die Probe, denn nicht jedem wird diese Art der stimmlichen Darbietung gefallen.

Musikalisch sind (insbesondere durch die Westerngitarre) Bezüge zu Countryklängen ebenso zu hören, wie typische Singer-Songwriter-Töne. Doch „Rock ’n‘ Roll Denkmal“ ist kein Album für die Beschallung einer Lagerfeuer-Session. Vielmehr wirkt und stimmt es nachdenklich, bringt hier und da eine poppige Note mit ein und mündet an anderer Stelle wieder in rockigeren Gefilden. Dies hört sich stilistisch bunt durcheinandergewürfelt an? Ist es aber gar nicht, denn Werner Vogt spannt musikalisch gesehen einen unsichtbaren roten Faden durch sein Werk, welches über Timezone Records veröffentlicht wurde.

Werner Vogt (Copyright: Werner Vogt)

Werner Vogt (Copyright: Werner Vogt)

Allen Titeln ist jedoch gemein – unabhängig davon, welches Gefühl (für das man mal mehr, mal weniger Zeit benötigt, um es zu erfassen) sie an den Hörer transportieren – dass sie sehr melodisch und dadurch eingängig sind. Viele der Tracks bleiben umgehend im Ohr, und das auch noch lange nach dem Konsum des Albums. Werner Vogt versteht es also, seine sicherlich nicht für die große Masse produzierte Musik nachhaltig zu arrangieren und beim interessierten Hörer Eindruck zu hinterlassen.

Die Zielgruppe für „Rock ’n‘ Roll Denkmal“ ist damit sicherlich überschaubar, schon allein, weil die Texte eine gewisse Lebenserfahrung voraussetzen, es werden aber all jene auf ihre Kosten kommen, die sich für deutsche Liedermacher wie Udo Lindenberg begeistern können und auch an Peter Maffay, Herbert Grönemeyer und Co. Gefallen finden. Denn ähnlich eigenständig wie jene Künstler tritt auch Werner Vogt mit seinem Album in Erscheinung.

Tracklist

01 Rock ’n‘ Roll Denkmal
02 Pass auf
03 Herzflimmern
04 Zusammen
05 Du und ich
06 Halt deine Wahrheit ins Licht
07 Hoch überm Meer
08 Ein Mann
09 Hinter den Säulen
10 Mein Herz und dein Herz
11 Jahre sind vergangen
12 Hör‘ auf die leisen Melodien
13 Rock ’n‘ Roll Denkmal (Single-Version)

Details

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Label: Timezone Records
Vö-Termin: 27.06.2014
Spielzeit: 62:33

Copyright Cover: Timezone Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde