Review

Finster sind die Portugiesen. Mit ihrem düsteren Post Rock inklusive Metal-Einschlag zermürben sie den Hörer extrem. Geformt haben sich die Jungs 2011 und starten nun mit ihrem Album „Matter As Regent“ durch. Freunde von The Dillinger Escape Plan oder Into the Moat werden sich recht schnell zurechtfinden, wobei hier klar der Post-Charakter im Vordergrund steht. Let’s give them a try!

Was sofort auffällt, ist die extrem düstere Stimmung der Platte, die sich in Form von Melancholie äußert. In Verbindung mit derben Post Rock/Metal ist das eine grandiose Mischung, die den Grundton von „Matter As Regent“ angibt.

Thematisch behandelt Fillipe okkultes Gedankengut, Mysterien sowie theologische Inhalte. Ebenfalls eine gute Wahl in Verbindung mit dem nachdenklichen Sound.

„Ghost Of You“ spielt mit der Wahrnehmung des Hörers und lässt diesen in Trance erstarren. Die psychedelischen Gitarrensounds tun ihr Übriges, um eine bedrohliche Atmosphäre zu schaffen. Der Mix bleibt hart, aber sehr natürlich und nachvollziehbar. Wir erhalten keine Überproduktion, sondern einen leicht dreckigen Mix mit klar definierten Instrumenten.

„Star Over A Wheel“ geht etwas zackiger von der Hand und erinnert an Ulcerate und Mastodon. Der Fronter glänzt mit klarem Gesang, der dann im fiesen Gekeife endet. Hinzukommend groovt die Nummer gut und hat etwas Lässiges. Immer wieder drückt der Drummer das Gaspedal durch kurze schnelle Fills durch.

Für Fans von The Ocean dürfte die Platte ebenfalls etwas sein. „Sacred Mountain“ versprüht ein wenig den Stil der alten The Ocean-Platten – nur eben mit noch mehr Metal. Die Riffs sind schwer, hart und klingen nach ganz viel tiefem Wasser. Sludgig sind Wells Valley auf jeden Fall und könnten auch gut doomigen Metal machen, der selten aufgelockert wird.

Interessant ist übrigens auch der Gitarrensound, nicht weil sie viele Effekte nutzen oder merkwürdige Sachen damit machen, sondern weil er nur angezerrt ist und eher etwas crunchig daherkommt. Dadurch klingen die Songs ziemlich fett, obwohl wir hier nur einen Gitarristen haben.

Wells Valley (Copyright: Wells Valley)

Wells Valley (Copyright: Wells Valley)

Zum Abschluss ist „Kingdom Of Salvation“ noch mal als Hymne gedacht und soll die Platte gebührend beenden. Ich komme nicht drumherum, hier ein wenig Aborted rauszuhören. Ja, ihr lest richtig. Gesanglich kommt hier an der einen oder anderen Stelle der gute Sven um die Ecke.

Ihr merkt schon, dass die Jungs viel zu bieten und ihren Stil gefunden haben. „Matter As Regent“ läuft gut durch, hinterlässt aber nicht diesen „aha … war okay“-Moment, sondern eher ein „Was habe ich da gerade gehört? Noch einmal!“

Fazit: Wells Valley sind derbe fies. Vom Songwriting und vom Sound her. Die Mischung aus derbem Post Rock mit starkem Drang zum Metal in Verbindung mit „mastodonen“ Songstrukturen macht die Band sehr interessant und hörenswert. Fans von Cult of Luna, The Ocean oder besagten Mastodon sowie Ulcerate sollten hier pflichtmäßig reinhören und sich in die Jungs verlieben.

Video

Trackliste

01 Ghost Of You
02 Star Over A Wheel
03 Hands Are Void
04 Sacred Mountain
05 Plead For Light
06 Kingdowm Of Salvation

Details

Wells Valley – Facebook

Label: Bleak Recordings
Vö-Termin: 07.02.2015
Spielzeit: 55:80

Copright Cover: Bleak Recordings



Über den Autor

Marcus