Review

Way Of Changes aus der Schweiz wollen mit ihrem Album „Reflections“ die Metalcore-Welt erobern. Erste Schritte in diese Richtung wurden bereits unternommen, sodass das noch junge Quintett auf einige Konzerte zurückblicken kann, bei denen man sich die Bühne mit Bands wie Benighted oder Dagoba teilte.

Und auch auf ihrem aktuellen Album „Reflections“ bringen Way Of Changes mit ihrem wuchtigen Spiel die Wände zum Wackeln. Das spricht für das große Livepotenzial der neuen Stücke, auf Albumlänge will sich die Spannung aber nicht recht halten. Zu ähnlich fallen die neuen zehn Songs aus, die „Reflections“ damit oftmals wie einen einzigen langen Track wirken lassen.

Was mit dem Opener „Carry On“ noch vielversprechend beginnt, nutzt sich im Laufe der knapp 45-minütigen Spielzeit zu schnell ab. So können die Titel für sich genommen zwar überzeugen, grenzen sich im Albumkontext aber zu wenig voneinander ab. Eventuell hätte man „Carry On“ in dieser Hinsicht nicht allzu wörtlich nehmen sollen; stattdessen hätte es Way Of Changes nicht geschadet, ihren Bandnamen als Programm anzusehen und das Album entsprechend zu gestalten.

Dabei kann man der Band nicht einmal konkrete Abwechslungsarmut vorwerfen. Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht und präsentieren ihren Metalcore mit allen Zutaten, die jener braucht. So spielen sich griffige, melodische Riffs in die Ohren der Hörer, Breakdowns und gelegentliche Gangshouts werden ebenso untergebracht und auch das Zusammenspiel aus Growls und Klargesang harmoniert auf „Reflections“ gut.
Insbesondere Letzterer weckt hin und wieder Assoziationen zur atmosphärischen Phase der Band Amorphis und kann trotz (oder gerade wegen) der eigenwilligen Gesangsstimme punkten.

Way Of Changes (Copyright: Way Of Changes)

Way Of Changes vereinen Melodie und Härte auf angenehme Art und Weise, versäumen es aber, das Interesse der Hörer aufrechtzuerhalten. Eingestreute Highlights, auflockernde Elemente als Hinhörer (wie etwa die stimmlichen „Extras“ in „Curse“) und grandiose Momente bleiben zu selten und sind alsbald wieder vergessen, während dem Hörer teilweise entgangen ist, dass bereits ein neuer Titel seinen Anfang genommen hat.

Fans des Genres hören dennoch einmal rein, denn Way Of Changes sollte man keineswegs abschreiben. Song für Song liefern sie druckvoll das ab, was zu erwarten ist, und einige Titel lassen durchblicken, dass hier noch mehr gehen kann.

Video

Tracklist

01 Carry On
02 Trust
03 Cold Hands
04 Curse
05 Absolution
06 Meaningless
07 Trapped
08 A Patience’s End
09 Watcher
10 Heritage

Details

Way Of Changes – Homepage
Way Of Changes – Facebook

Label: darkTunes Music Group / Soulfood
Vö-Termin: 16.02.2018
Spielzeit: 45:01

Copyright Cover: darkTunes Music Group



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde