Review

Volker – ein Name, unter den man sich sicherlich vieles vorstellt, aber wohl kaum eine Band, noch dazu angeführt von Frontfrau Jen Nyx am Mikro, die mit einer Mixtur aufwarten, welche Deathrock, Horror Punk, Cold Wave, Dark Rock und 90er Classic Rock Elemente vereint. Doch genau dafür stehen Volker und präsentieren sich 2017 auf dem aktuellen Album „Dead Doll“.

Das Motto der Veröffentlichung ist schnell ausgemacht: retro, rotzig, roh trifft auf dicht und modern, was sich vor allem in der Produktion bemerkbar macht.
Angesichts der teils dominant vorherrschenden Härte und der damit einhergehenden Betonung eher metallischer Klänge mögen einige Hörer der eingangs erwähnten Rock-Ausrichtung nur bedingt zustimmen; die Gitarrenarbeit und das energische Drumming untermauern dies.

Einig wird man sich hingegen darin sein, dass Volker mit äußerst rotzigem Punk-Einschlag und Tempospiel in das Album starten und diese Marschrichtung bis zum Song „Yell“ weitgehend, aber gleichzeitig um Abwechslung bemüht beibehalten.
Mit besagtem „Yell“ findet zudem der erste herausragende stilistische Wechsel statt, der für Aufhorchen sorgt. Die Retro-Gefilde ein Stück weit verlassend, erinnert „Yell“ an Songs des Albums „Delirium“ von Lacuna Coil – ohne ihnen dies negativ auszulegen, denn der Track weiß auf ganzer Linie zu punkten.

Leider trifft man aber auch auf einige extrem nervige Passagen. So wird der Punk-Einschlag beispielsweise auch stimmlich zum Ausdruck gebracht; dies leider nur nicht immer (und schon gar nicht in den hohen geschrienen Tönen) auf angenehme Art und Weise. Zwar wird versucht, mit Schreiphasen gegen die derbe Wand an Riffing und Drumming anzusingen, insgesamt wirken aber gerade diese Passagen der Sängerin eher anstrengend.

Volker (Copyright: Volker)

Auch einige Songabschlüsse (wie z.B. jener von „Black Sunday“) können nicht begeistern. Ist das Ausfaden immer eine Frage des individuellen Geschmacks (und manchmal durchaus auch ein passendes Stilmittel), zeugt die repetitive Struktur des Abschlusses von „Black Sunday“ nicht gerade von Kreativität und hätte einer dringenden Kürzung oder Auslassung bedurft.

Davon abgesehen gelingt Volker mit „Dead Doll“ jedoch ein abwechslungsreiches Album, das vor Energie strotzt und auch nach mehrmaligem Hören keine Ermüdungserscheinungen nach sich zieht, über die pur geschrienen Parts sollte man zukünftig jedoch noch einmal nachdenken und eventuell darauf verzichten.

Video

Tracklist

01 Freaky Bride
02 Obey!
03 Negative Waves
04 Suicide Love Addict (feat. Arno Stobl)
05 Black Sunday
06 Yell
07 Voodoo Baby
08 In Black & White
09 Would You Play With Me
10 It Summons Me To Follow
11 Raven
12 Yell (Remix by CNX)

Details

Volker – Homepage
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Label: Overpowered Records / Cargo
Vö-Termin: 23.06.2017
Spielzeit: 45:43

Copyright Cover: Overpowered Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde