Review

Mit wabernden, dunklen Klängen empfängt „Of Tears And Poison“ die Hörer, um kurz danach bereits temporeich mit stilechtem Deathrock loszulegen. Virgin in Veil machen somit auf ihrem zweiten Album „Twisted Thrills“ genau dort weiter, wo ihr Vorgänger „Deviances“ aufgehört hat.

Erneut dominieren repetitive Phasen das musikalische Geschehen und abermals könnte man dem Album beinahe jene Kritik vorwerfen, die schon das Debüt einstecken musste: wenig Abwechslung, wie ein einziger Track klingend und zu ähnliche Songaufbauten. Doch dann kommt „Another Shattered Dream“. Gemeinsam mit den später folgenden Titeln „Memories“ und „Torments“ bildet dieses Songtrio die bekannte Ausnahme der Regel, denn Virgin in Veil gelingt es mit diesen Songs, kurzzeitig aus ihrem bewährten Schema auszubrechen und dem Album neben den ansonsten eingängigen und tanzbaren Stücken interessante Hinhörer zu verpassen.

In „Memories“ geschieht dies auf eher disharmonische Art und Weise. Teils verstörende, arhythmische Töne werden den Instrumenten entlockt und münden gegen Ende des Songs in jazzige Passagen. Mit einer kurzen Spielzeit von 2:24 Minuten ähnelt der Titel eher nur einem knackigen Zwischenspiel; um aus dem einst bemängelten Gleichklang auszubrechen, reicht diese Zeit jedoch locker aus.

Insgesamt ist „Twisted Thrills“ im Nu vorbei, denn lediglich knapp 25 Minuten dauert Virgin in Veils Deathrock-Rausch an. Die Kondition der Tanzwilligen wird dennoch durch die vorwiegend schnellen Nummern des Albums auf die Probe gestellt.

Virgin in Veil (Copyright: Jyry Soininen)

Nach diesem energiegeladenen subkulturellen Hörvergnügen gestaltet sich der Rauswurf durch „Torments“ ein wenig ernüchternd, denn indem dieser gegen Ende ausgefadet wird, wirkt er – und damit auch der Abschluss des Albums – unfertig.

Fans des Genres werden dies verschmerzen können, ist doch davon abgesehen auf Virgin in Veil Verlass. Stilgetreu und dabei stets authentisch untermauern sie mit „Twisted Thrills“ einmal mehr ihre Stellung in der Szene, die durch weltweite Auftritte, darunter u.a. auf dem WGT, bereits gefestigt wurde.

Video

Tracklist

01 Of Tears And Poisons
02 Qedesha
03 Lovers Of Sin
04 Bedroom Eyes
05 Another Shattered Dream
06 Night Time
07 Cat O‘ Nine Tails
08 Memories
09 Gallows
10 Torments

Details

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Label: Danse Macabre
Vö-Termin: 20.10.2017
Spielzeit: 24:40

Copyright Cover: Danse Macabre



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde