Review

Ein Blick auf die Band Virgin in Veil und das Cover ihres aktuellen Albums „Deviances“ reicht aus, um zu wissen, womit es die Hörer hier zu tun haben werden. Stilechter Deathrock steht auf dem Programm und manifestiert sich in acht Tracks auf dem Debüt der Finnen.

Eine gewisse Gleichförmigkeit ist der Verbindung aus Gothic Spirit und (Dark) Punk dabei nicht abzusprechen, entsprechend wirken die einzelnen acht Stücke auf „Deviances“ oftmals wie ein einziger langer Track.
Absichtlich wechseln Virgin in Veil weder die Atmosphäre noch das Tempo ihrer Songs sehr häufig. Zwar sorgen immer mal wieder Zutaten wie kurze Samples für eine eigenständige Note unter den Tracks, alles in allem variiert man die zum Einsatz gebrachten und durchaus genretypischen Elemente jedoch nur selten. Der Punk und die oft tanzbaren, immer aber eingängigen Melodien sind es jedoch, die dieses Manko wettmachen. Obschon Virgin in Veil ihre Titel insgesamt somit differenzierter hätten anlegen können, greift die Dynamik der Songs, während das aufrechterhaltene Tempo und die hörbare Spielfreude dafür sorgen, dass der Hörer am Ball bleiben möchte.

Auch stimmlich bewegt sich Sänger Jacques Saph im Genre-Rahmen und wird stellenweise durch die Backingvocals seiner Bandkollegin Suzi Sabotage unterstützt. Sofern ihr Gesang an Präsenz gewinnt, meistens wird er allerdings sehr ruhig in den Hintergrund platziert und sorgt dort für mehr Dichte oder zusätzliche „Shouts“, ergeben sich aussagekräftige Duett-Phasen wie im Opener „Live Like Suicide“, die vor allem durch den Kontrast der beiden Stimmen an Lebendigkeit gewinnen.

Virgin in Veil (Copyright: Julie Heikkilä)

Virgin in Veil (Copyright: Julie Heikkilä)

Die Leadstimme ist sicherlich nicht das, was man bedingungslos als „schöne“ Gesangsstimme bezeichnen würde, aber passend zu den gepflegt monoton gezockten Gitarren und den kühlen Synthie-Flächen ist sie genau die richtige Besetzung, die sich eine Band wie Virgin in Veil wünschen kann und die Hörer hinter ihrer Deathrock Interpretation auch erwarten würden.

Anders als vielleicht zunächst von vielen vermutet, stellen Virgin in Veil definitiv kein lebendes Klischee dar. Sie machen auch keine Musik, die darauf aus ist, kommerziell erfolgreich zu sein oder einem Modetrend folgen zu wollen. Hier wirkt noch alles ganz und gar authentisch und das spiegelt auch ihre Musik hervorragend wider. Vom starren Songwriting bis hin zur old schooligen Produktion ergibt sich ein einheitliches und schlüssiges Bild, das allen Genre-Freunden zusagen sollte.

Video

Tracklist

01 Live Like Suicide
02 Lovestains
03 Sexual Sin
04 Decay
05 Seduction
06 In The Name Of God
07 Drown In Flesh
08 Heartthrobs

Details

Virgin in Veil – Homepage
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Virgin in Veil – Twitter

Label: Danse Macabre
Vö-Termin: 30.09.2016
Spielzeit: 18:03

Copyright Cover: Danse Macabre



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde