Review

Mit dem Akustik-Album „Veiled in Velvet Skies“ begibt sich Veri Jumala, seines Zeichens Sänger der Dark Rock Band Sorrownight, erstmals auf Solopfade.

Der Erfurter setzt dabei auf Authentizität und ein DIY-Konzept, indem der Silberling mit begrenztem Budget komplett im Alleingang produziert und auf den Markt gebracht wird. Sowohl die knappen finanziellen Mittel als auch den Status einer Eigenproduktion hört man dem elf Songs umfassenden Debüt erfreulicherweise jedoch nicht an. Und wenn doch, dann unterstreicht dies nur einmal mehr den authentischen Charakter des Albums.

Auf jenem gibt es Dark Rock in akustischer Form zu hören. Daran haben sich bereits zahlreiche (auch namhafte) Künstler erfolgreich versucht. Darunter u.a. Ville Valo und seine ehemalige Band H.I.M., beide des Öfteren als Vorbild oder zumindest stilistische Inspirationsquelle (auch auf gesanglicher Ebene) deutlich auf „Veiled in Velvet Skies“ herauszuhören.

So fehlen auch hier die (genre)typischen Schluchzer im Gesang ebenso wenig wie die nötige Portion Melancholie, die die Kombination aus Akustikversionen, getragen einzig von Piano, Gitarre und Gesang, und Dark Rock bereits vorgibt und fordert. Dass sich die Hörer – sowohl die Atmosphäre als auch den Gesang betreffend – mit „Veiled in Velvet Skies“ häufig in skandinavische Gefilde versetzt fühlen, wundert somit nicht.

Was allerdings etwas verwundert, ist die Auswahl des Openers „Hiding Myself“, ist jener doch nicht gerade der stärkste Track auf dem Album. Die sonst in den übrigen Songs vorherrschende Eingängigkeit und vor allem die intime Stimmung werden in diesem Titel durch die Zweistimmigkeit (bzw. den Backgroundgesang) zu sehr gestört.

Veri Jumala (Copyright: Veri Jumala)

Nicht so beispielsweise in „Diving into our Dreams“ sowie in den Songs, in denen sich Veri Jumala Verstärkung geholt hat. Darunter der Titel „Aura“, der als Duett mit Nina Jiers (Neopera) daherkommt und definitiv seine Wirkung nicht verfehlt.

Zusammenfassend punktet „Veiled in Velvet Skies“ daher nicht nur mit einer passenden und stets im Zentrum der Tracks stehenden Leadstimme, sondern zusätzlich durch die eingängigen und meist traurig-schönen Melodien, die Veri Jumala – den Texten angemessen – hier präsentiert.

Allerdings bleibt der Eindruck, dass – obschon die meisten Songs gut auf den Punkt gebracht wurden -, die Spielzeit stellenweise doch etwas länger hätte ausfallen können; nicht nur, um sich in den Tracks verlieren zu können und ihnen so lange wie möglich zu lauschen, sondern auch, da einige Titel ein wenig unvollständig wirken.

Vielleicht beim nächsten Mal. Bis dahin wird sich „Veiled in Velvet Skies“ von Veri Jumala gut im Player derer machen, die Melancholie, Dark Rock, Akustikversionen und skandinavisches Flair in einem gelungenen Zusammenspiel mögen.

Teaser

Tracklist

01 Hiding Myself
02 In the Maze Within
03 Caged in this World
04 Aura
05 Diving into our Dreams
06 Imaginative Despair
07 The Poets Last Poem
08 Golden Endlessness
09 Not Alone
10 Scent of the Cold
11 Red Moonlight

Details

Veri Jumala – Facebook

Label: Dark Poets Society
Vö-Termin: 22.06.2018
Spielzeit: 40:12

Copyright Cover: Dark Poets Society



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde