Review

Vanora aus Norwegen halten ihren musikalischen Ist-Zustand auf dem passend betitelten Debütalbum „Momentum“ fest. Darauf präsentieren sie den Hörern mittels acht Songs ihre Interpretation von atmosphärischem Metal – und jener soll laut Pressemitteilung vor allem Fans von Bands wie TesseracT, Meshuggah oder The Contortionist gefallen.

Um dieses Ziel zu erreichen, bedienen sich Vanora an unterschiedlichen Elementen u.a. aus den Stilen Progressive und Djent. Den Modern Metal-Aspekt des Albums „Momentum“ unterstreicht zusätzlich der Synthesizer-Einsatz.
Dies alles verpackt das Quintett aus Oslo in eine druckvolle zeitgemäße Produktion, die zum Aufdrehen der Lautstärke einlädt.

Eine große Rolle spielt bei Vanora die Atmosphäre. Schon der Opener „Mask“ baut diesbezüglich gelungen Stimmung auf und leitet vielversprechend in das Erstwerk ein.

Auf instrumentaler Ebene gibt es an „Momentum“ in dieser Hinsicht nichts zu beanstanden. Permanent erzeugen gelungene Instrumentalpassagen, passender Klargesang, die herausragende Gitarrenarbeit, welche einem Song wie „Stamina“ sogar eine gewisse dezente orientalische Note verpasst, die Syntieeffekte und die daraus resultierenden Klanglandschaften (wie beispielsweise auch im Intro zu „Metronome“ hervorragend zu vernehmen) eine packende Atmosphäre.

Vanora (Copyright: Vanora)

Doch das, was an Atmosphäre beständig aufgebaut wird, reißt der gutturale Gesang sukzessive wieder ein. Sehr monoton drängt jener bei all seiner Aggression und Power die guten Ideen und Umsetzungen stets schnell in den Hintergrund. Obwohl klarer und gutturaler Gesang gut miteinander harmonieren, findet ein Zusammenspiel nur bzw. zu selten statt. Eine Ausnahme und einen Ausbruch aus der gutturalen Eintönigkeit bildet z.B. der Song „Echo To The World“ und zeigt, dass es auch durchaus anders geht. Schade daher, dass das Verhältnis zwischen Growls/Screams und Klargesang nicht ausgewogener ausgefallen ist.

Denn was Vanora musikalisch zu bieten haben, kann sich mehr als hören lassen. Auch wenn hin und wieder eigene Ideen auf der Strecke bleiben, schafft es die Band doch, ein stimmungsvolles Album zu kreieren, das Melancholie durch Härte nicht ausschließt und zu beeindrucken weiß – wenn nicht die Dominanz der gutturalen Sangeskunst, die oftmals zu viel von Vanoras Künsten schluckt, so stark ausgeprägt wäre.

Video

Tracklist

01 Mask
02 Stamina
03 Echo To The World
04 Requiem
05 Metronome
06 The Hand That Feeds
07 Laughing Windows
08 Poles Apart
09 Pariah (Bonustrack)

Details

Vanora – Homepage
Vanora – Facebook

Label: Crime Records
Vö-Termin: 01.09.2017
Spielzeit: 37:00

Copyright Cover: Crime Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde