Review

Vainerz, was so viel bedeutet wie „die Sprache der Engel“ (vgl. Thomas Carlyle), ist eine Berliner Electropop Band, die seit 2011 gemeinsam agiert. Gebildet wird sie durch den Berliner Sänger, Texter und Komponist Mario Förster und den ungarischen Rico F. Piller, der ebenfalls für Komposition, Arrangement und Sound-Design zuständig ist.

Im Januar 2012 veröffentlichten sie ihre erste Single „I Try To Be“, welche sich acht Wochen lang in den German Electronic Web Charts (GEWC) halten konnte und den Einstieg in mehrere Radiocharts bedeutete. Im Oktober des gleichen Jahres folgte dann ihr erstes Album „Silence“.
Und dann wurde es ruhig um die beiden. Doch wer geduldig wartet, wird auch belohnt. So veröffentlichten Vainerz im April dieses Jahres mit der Single „Volcano“ den ersten Vorgeschmack auf ihr im November erscheinendes zweites Album „Patient“; dieses Mal erstmals als echter Tonträger erhältlich, waren die bisherigen Veröffentlichungen doch alles „nur“ Online-Formate.

Das Album beginnt mit der ersten Single-Auskopplung „Volcano“. Sofort dringt die eindringliche EBM/Electropop-Melodie an das Ohr des Hörers und nach und nach fangen Füße, Knie und Finger an, rhythmisch mitzuwippen. Die Vocals – stimmlich fühlt man sich etwas an Dave Gahan (Depeche Mode) erinnert – sind sehr klar gesungen und auch der Chorus eignet sich gut zum Mitsingen.

Die Songs „Let Our Love Shine“ und „Follow The Sound“ schließen sich rhythmisch und ohrschmeichelnd an den Album-Opener an, wenngleich sie etwas basslastiger sind und somit auch etwas härter wirken – mit entsprechender Lautstärke gehört, kommt auch sogleich Club-Feeling auf.
„Black Heart“ mit eindringlicher Synthie-Melodie kann man sich, untermalt mit Strobo-Licht und Nebel, ebenfalls gut auf den Tanzflächen der Clubs dieses Landes und darüber hinaus vorstellen.

Der Folgesong „Come Down“ ist etwas entschleunigter, wirkt fast schon balladig, aber nicht weniger melodisch – dies wiederholt sich im Titelsong „Patient“. Nach „Over and Done“ und „Rooftop“, die melodiös ebenfalls ruhiger und eher klassischem Electropop entsprechend gehalten sind, nimmt das Album mit „Shining On“ wieder an Fahrt auf.

Vainerz (Copyright: Vainerz)

Mit dem energetischen „Oblivion“ geht „Patient“ dann auch schon in die finale Runde. Hier zeigen Vainerz noch einmal, was das Album ausmacht: feiner und vor allem absolut tanzbarer Electropop mit ohrwurmigem Charakter. Ein würdiger Abschluss, der das Album erst richtig rund macht.

Auch wenn es Vainerz mit „Patient“ ruhiger angehen lassen (wollten), so ist es empfehlenswert, die Lautstärke ordentlich aufzudrehen, denn erst dann kommt der elektronisch erzeugte, poppige Sound so richtig zur Geltung. Die Vocals sind zwar klar gesungen und die Lyrics ausgereift, aber dennoch verschwimmen die Songs melodisch schnell zu einem Einheitsbrei, wenn man die Scheibe „nur mal so nebenbei“ laufen lässt. Für die Tanzflächen in den Clubs absolut geeignet, sollte man sich zu Hause doch etwas mehr Zeit zum Hinhören nehmen.

Video

Tracklist

01 Volcano
02 Let Our Love Shine
03 Follow the Sound
04 Black Heart
05 Come Down
06 Over and Done
07 Rooftop
08 Shining On
09 Patient
10 Oblivion

Details

Vainerz – Homepage
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Label: RGK – Rat für gegenseitige Kulturhilfe / BelieveDigital / Nova Media
VÖ-Termin: 03.11.2017
Spielzeit: 44:59

Copyright Cover: RGK



Über den Autor

Steph