Review

Nicht nur ist der Sound des Trios Twinesuns sehr anspruchsvoll, er macht es einem auch nicht gerade leicht, ihn objektiv zu bewerten. „The Empire Never Ended“ vereint all die atmosphärische Schwere, die der Drone- und Doom-Sound mit sich bringt.

Und all das ohne ein Schlagzeug, welches den Rhythmus druckvoll untermalen würde. Aber Twinesuns kommen auch gut ohne aus; im Gegenteil, Drums wären sogar für die musikalischen Intentionen der Band überflüssig. Dafür gibt es ein paar pumpende Synths im Drone-Gewand, die es zwischendurch dezent krachen lassen.
Alles andere klingt nach sehr starkem Pathos und läuft ungebremst immer weiter voran. Ohne viel Schnickschnack schafft man daher auf „The Empire Never Ended“ mit gegebenen Mitteln konsequent Atmosphäre.

Die sieben Songs dröhnen allesamt. Angesichts dieser Herangehensweise und der ebenso langen Laufzeit kann man durchaus verstehen, wenn der eine oder andere hier abschaltet. Twinesuns machen sicherlich keine Musik für jedermann, aber für diejenigen, die auf diesen Film abfahren, ist „The Empire Never Ended“ genau das Richtige.

Besonders auf die Feinheiten der einzelnen Klänge sollte man sein Hauptaugenmerk setzen, denn es sind genau diese Details, die mehr Tiefe bringen. Das mag anfangs sehr monoton klingen, was in gewisser Weise auch gewollt ist, dennoch bricht dieses Fundament schnell auseinander, wenn die Jungs sich dazu entscheiden, einfach mal von 0 auf 100 ihren Sound in eine andere Richtung zu lenken, wie es in „Firebright“ zu hören ist.

Twinesuns (Copyright: Twinesuns)

Twinesuns (Copyright: Twinesuns)

Es gibt sicherlich Spannungsbögen auf „The Empire Never Ended“. Da, wo sich die Energie des Sounds senkt, entsteht hörbar eine Flaute. Doch genauso kann es schnell wieder bergauf gehen und dann spielen die verschiedenen Effekte eine entscheidende Rolle. Aber auch wenn man meint, es würde gar nichts passieren, entsteht im Hintergrund, ganz weit weg, etwas, das schnell den Fokus auf sich zieht.

Eine allgemeine Auswertung der Platte ist wirklich so eine Sache, zumal es nicht die Absicht der Band ist, zu gefallen, sondern sehr anspruchsvoll und vor allem gewaltig zu wirken. Diesbezüglich kann man dem Album nicht absprechen, dass es dem Hörer immer wieder ein unangenehmes Gefühl von Bedrückung verleiht. Man muss in gewisser Weise offen für den Sound sein und sich selbst dann immer noch darauf einlassen wollen. Das Ergebnis wird schließlich jedoch für sich sprechen.

Video

Trackliste

01 Simon The Magus
02 Die Zeit Ist Da
03 System Regained
04 Pneuma
05 The Empire Never Ended
06 Going Through Life With Eyes Closed
07 Firebright

Details

Twinesuns – Facebook

Label: Pelagic Records
Vö-Termin: 27.01.2016
Spielzeit: 75:41

Copyright Cover: Pelagic Records



Über den Autor

Christopher