Review

Nach ihrer letzten EP „Authority“ wurde es relativ ruhig um die Band Torturized. 2016 kam dann die Meldung, dass es ein neues Album und einen Wechsel am Bass geben wird und nun sind die Magdeburger nach längerer Abstinenz mit dem so gut wie in Eigenregie entstandenen Werk „Omnivore“ wieder am Start.

Dafür haben sie sich niemand Geringeren als Dave Otero von den Flatline Audio Studios zum Mixen ins Boot geholt, den einige durch die Band Cattle Decapitation kennen dürften. Torturized scheinen ebenfalls Fans dieser Band zu sein, denn einige Male hört man ihnen das an, wie u.a. der berstige, an Travis Ryan erinnernde Gesang in „Flourished In Agony“ zeigt.

„Omnivore“ lässt den Zuhörern nicht viel Zeit, um sich auf das Folgende vorzubereiten. Die Band fährt einen interessanten Mix aus slammigem Death Metal, Cattle Decapitation-Psycho-Parts und Origin-Hyperblasting.
Wer Lars schon einmal an den Drums gesehen hat, weiß, dass ihm die Blasts nur so zufliegen. Hohes Niveau wird bei ihm großgeschrieben, einzig die Drum Rolls sind hier teilweise zu wenig extrem ausgefallen.
Die Gitarren sind hingegen schön heftig, ob im tiefen Frequenzbereich oder bei hohen doppelläufigen Gitarrenriffs. Soundtechnisch passt das wunderbar zum perfekt ausbalancierten Schlagzeug. Manchmal klingen die zusammengespielten Gitarrenläufe jedoch etwas schief. Absicht oder nicht, es wirkt zumindest teilweise etwas merkwürdig.
Ziemlich gut gefällt zudem der präsente Basssound. Den Löwenanteil an Brutalität bringt allerdings Lu auf die Platte. Seine Growls sind zerberstend gut. Die Highs wirken manchmal jedoch mehr gedrückt anstatt fies fräsend.

Vor allem in Songs wie „Uncrowned King“ partizipiert der Hörer am coolen Mix der Band. Die heftigen Doublebasspassagen inklusive grooviger Riffs und dem interessanten Gesang lässt die Band äußerst frisch wirken. Klar gibt es hier und da ein paar Leerlauf-Parts, die man gerne mal überspringt, aber das Gesamtkonzept kann überzeugen. Und so brilliert auch „Convergence“ als absoluter Slam-Abriss.

Torturized (Copyright: Torturized)

Gerade zum Ende hin wird es dann noch einmal so richtig technisch. Auf den letzten Platten gab es immer mal wieder ein paar Metalcore-Bezüge. Die werden auf „Omnivore“ jedoch vollkommen zerschlagen und man schwingt die Death Metal-Keule.

Torturized finden mit „Omnivore“ einen würdigen Wiedereinstieg in die Szene und können mit dem aktuellen Album fast auf ganzer Linie punkten. Wenige Patzer erlauben sie sich im Gesang und mit einigen überflüssigen Parts, die man noch straffer hätte ziehen können, dafür glänzen das kompromisslos brutale Songwriting und der Sound der Platte.

Video

Trackliste

01 Abhorrent Intemperance
02 Dehumanization
03 Flourished in Agony
04 Obsessive-Compulsive Disorder
05 Chasma
06 Convergence
07 Uncrowned King
08 Putrescence
09 Pale Relict
10 Abulic Fold
11 Omnivore

Details

Torturized – Homepage
Torturized – Facebook

Label: Eigenproduktion
Vö-Termin: 01.03.2017
Spielzeit: 37:29

Copyright Cover: Torturized



Über den Autor

Marcus
Marcus