Review

Tommi Stumpff, ein Pionier des Electro(punk), meldet sich 2017 nach jahrelanger musikalischer Abstinenz mit der Wiederveröffentlichung seines 1982er Debütalbums „Zu spät Ihr Scheißer“ zurück und lässt nun auch das erstmals 1988 erschienene Werk „Terror II“ als remasterte Version folgen.

Bekannt für seine experimentellen Ansätze und der auf „Terror II“ beginnenden verstärkten Hinwendung zu EBM-Strukturen, beweist Tommi Stumpff mit seinen Re-Releases, dass er auch gegenwärtig noch in der Electro-Szene mitmischen kann. Dem Sound wurde ein zeitgemäßer Schliff verpasst, sodass die zehn Songs, darunter Klassiker und Publikumslieblinge wie „Meine Sklavin“ oder das ruhigere „Niemals mehr“, immer noch zünden.

Changierend zwischen tanzbaren und Clubs füllenden Tracks sowie balladeskeren Stücken, gesungen sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch und Französisch, wird einmal mehr der Abwechslungsreichtum des Künstlers deutlich. Jener zieht sphärische Kreise mit „Niemals mehr“, schickt harsche, pumpende Beats mit „Le Chien Andalou“ durch die Boxen und bietet durch den Titeltrack „Terror II“ verstörende, soundtrackartige Untermalungen, die einem Horrorfilm gutstehen könnten; vor allem letzterem kommen die orchestralen Sounds zugute. Das gemächlich voranschreitende „Robots Kill The Japanese“ weiß schließlich noch einen nostalgischen Hauch zu versprühen und weckt teilweise in seiner abgehakten Form Assoziationen zur musikalischen Begleitmusik alter (Konsolen)spiele.

Tommi Stumpff (Copyright: Tommi Stumpff)

Mal mehr und mal weniger wird damit deutlich, dass „Terror II“ schon einige Jahre auf dem Buckel hat, sind einige 80er Anleihen doch durchaus vernehmbar. Dennoch besteht das Werk auch heutzutage und lässt die damalige Experimentierfreude von Tommi Stumpff immer noch erkennen.

Mit dem Re-Release von „Terror II“ ruft Tommi Stumpff somit sich und sein einstiges Soloschaffen wieder solide in Erinnerung.
Bleibt zu wünschen, dass der Künstler auch live sein Comeback erfolgreich absolvieren und nach der Wiederveröffentlichung seines Backkatalogs beim Label Danse Macabre sogar mit neuem Material von sich hören lassen wird.

Video

Tracklist

01 Meine Sklavin
02 Eliminator
03 La Lueur
04 The German Beat
05 Robots Kill the Japanese
06 Niemals mehr
07 Le Chien Andalou
08 Terror II
09 … und so sterbt alle!
10 Extrême

Details

Tommi Stumpff – Blog

Label: Danse Macabre
Vö-Termin: 24.11.2017
Spielzeit: 43:48

Copyright Cover: Danse Macabre



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde