Review

Seit ihrem Album „Savages“ aus dem Jahr 2014 mussten Fans von Theory of a Deadman auf einen Nachfolger warten. Nun ist es so weit und mit „Wake Up Call“ präsentieren die Kanadier ihr neues, elf Tracks umfassendes Werk.

Umgehend fällt die lupenreine Produktion auf, die schon allein dem Silberling einen internationalen Erfolg bescheren könnte. Selbst Details und vereinzelt integrierte Effekte (u.a. elektronischer Art) kommen dabei gut zur Geltung.

Auf Erfolg getrimmt wirkt auch das Songwriting. Sehr gefällig, eingängig und weitgehend ohne Ecken und Kanten reihen sich potenzielle Hits aneinander. Zu häufig scheint es allerdings so, dass sich die Alternative Rocker um Sänger Tyler Connolly zu sehr anbiedern. Einigen Songs fehlen dadurch der Biss und das Besondere. Stattdessen dominiert immer dann ein gewisser Boyband-Charme mit Pop-Appeal, der vor allem in Songs wie „PCH“ und „Po Mouth“, aber auch teils in „Echoes“ zu spüren ist.

Erfrischend ist es daher, als Rauswurf mit der Coverversion von „Wicked Game“ (im Original ein Klassiker von und durch Chris Isaak geworden) endlich doch noch etwas mehr Profil von Theory of a Deadman zu hören. Das Quartett orientiert sich zwar mit ihrer Interpretation des Songs nah am Original, setzt aber – im Vergleich zum restlichen Albummaterial – verstärkt auf Atmosphäre. Obwohl Theory of a Deadman auch mit dieser Version Chartpotenzial beweisen, besitzt der Track eine Tiefe und Emotionalität, die man so gerne auch in den weiteren Titeln gehört hätte; insbesondere, da die Band textlich doch einiges zu sagen hat, die Inhalte aber im meist kurzweiligen Pop-Rock viel zu sehr untergehen. Diesbezüglich wären mehr Highlights und weniger Glattpoliertes, Kurzweiliges sowie Beliebiges wünschenswert gewesen.

Theory of a Deadman (Copyright: Theory of a Deadman)

Dass die Songs dennoch gefallen, dafür sorgen simple Songstrukturen, mitsingbare Refrains, moderne Arrangements und effektive Zugaben, die es den Radiostationen nicht schwer machen werden, die neuen musikalischen Ergüsse von Theory of a Deadman in die Rotation zu nehmen.

„Wake Up Call“ ist somit nicht mehr allzu „Alternative“ und insgesamt auch hörbar wenig bzw. eher seichter „Rock“, dafür allerdings ein stimmiges Gesamtwerk, das eine breite Masse an Hörern ansprechen wird. Der kommerzielle Erfolg dürfte ihnen damit abermals sicher sein. Bleibt abzuwarten, in welche Richtung sich die Band in den weiteren Jahren entwickeln wird.

Video

Tracklist

01 Straight Jacket
02 Rx
03 Echoes
04 Wake Up Call
05 PCH
06 G.O.A.T
07 Loner
08 Time Machine
09 Glass Jaw
10 Po Mouth
11 Wicked Game

Details

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Label: Warner Music Germany
Vö-Termin: 27.10.2017
Spielzeit: 41:12

Copyright Cover: Warner Music Germany



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde