Review

Das Albumcover straft den Bandname The History Of Colour TV auf den ersten Blick in seinem grauen, tristen Erscheinungsbild zwar Lügen, dafür wirkt der Titel „Something Like Eternity“ des dritten Werks des Berliner Trios hinsichtlich der optischen Gestaltung – und erst recht in Bezug auf die darauf vorhandenen elf neuen Songs – umso stimmiger.

Ihre Mischung aus Dream Pop, Indie Rock, Shoegaze und Noise entführt die Hörer aus dem Alltag, hinein in „Something Like Eternity“.
„When fast is slow“ heißt es auf der Facebookseite der Band und entsprechend agieren The History Of Colour TV auch auf ihrem Album. Treibende Phasen findet der Hörer darauf ebenso wie ruhige, entschleunigte Momente.

Einen authentischen, natürlichen Eindruck vermittelt dabei der rohe Sound, indem The History Of Colour TV ihre Tracks live eingespielt haben und es dazu nicht an verzerrten, teils übersteuerten Gitarren mangeln lassen.
Für die Hörer, welche aber mit Noise-Zugaben nur wenig anfangen können, kann der vermeintliche Dream Pop schon mal zum Albtraum werden, denn jene bilden des Öfteren einen Kontrast zur ruhigen Atmosphäre von „Something Like Eternity“. Dies bringt den einen somit reichlich Abwechslung und interessante Momente ein, für die anderen stellen diese Sequenzen Störungen dar, um in die Musik eintauchen zu können. Immer wieder reißen diese Noise-Attacken jene Hörergruppe aus dem Geschehen und lassen manch einen Titel sperrig erscheinen. Besonders im Abschluss zu „Wait“ und im Vergleich zum sanft folgenden „Flame“ fällt dies auf.

The History Of Colour TV (Copyright: Tanja Pippi)

Sanft ist hingegen auch das Stichwort, wenn man „Something Like Eternity“ beschreiben möchte. Mehr noch trifft der Begriff fragil gerade auf die Gesangsperformance sehr häufig zu. Dezent, an richtiger Stelle eindringlich und alles in allem schön und gefühlvoll leitet die Stimme den Hörer durch die Tracks und verursacht ein wohliges Gefühl.

Gegen Ende des Albums häufen sich zudem die zugänglichen und intensiven Momente, die ebenfalls von der puristischen Machart des Gesamtwerks profitieren.

Obwohl die Noise-Akzente somit die experimentelle und kreative Seite von The History Colour Of TV unterstreichen, zeigt sich mit „Something Like Eternity“ schnell, dass sie mit der Fokussierung auf Atmosphäre und melodische Ruhe weitaus mehr Wirkung erzielen. Dadurch werden einige Songs mehr, andere weniger gut gefallen – hier ist es am individuellen Geschmack des Hörers, seine Lieblingsstücke herauszufiltern.

Video

Tracklist

01 Granite Verge Of Tears
02 Broken Trip
03 Days Numbered
04 Wreck
05 Everything That Stood Still
06 Overcast Half
07 As Grey As Park Can Be
08 Even Rain
09 Wait
10 Flame
11 Pattern

Details

The History Of Colour TV – Homepage
The History Of Colour TV – Facebook
The History Of Colour TV – Twitter

Label: Reptile Music / Weird Books / Altone
Vö-Termin: 17.03.2017
Spielzeit: 55:12

Copyright Cover: Reptile Music / Weird Books



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde