Review

The Black Dahlia Murder sind wieder mit einem neuen Album zurück. Mit „Ritual“, „Everblack“ oder „Abysmal“ boten sie ihren Hörern in den letzten Jahren eine Berg- und Talfahrt; schenkt man den Meinungen über das aktuelle Werk „Nightbringers“ Glauben, handelt es sich dabei um das Metal-Album des Jahres.

Ihr moderner Death Metal hat sich über die Jahre nicht wirklich verändert, weshalb The Black Dahlia Murder im Kern immer noch nach ihren Alben „Miasma“ und „Nocturnal“ klingen. Auch auf „Nightbringers“ geht es back to the roots.
Diesbezüglich ist der Opener „Widowmaker“ ganz klar ein Favorit. So viel Retro-Feeling hat man bei den Jungs schon lange nicht mehr gehört. Hier lässt „Nocturnal“ eindeutig grüßen. Die Riffs sind schön melodisch und Drummer Alan Cassidy ist absolut tight.

Der Mix ist Dahlia-typisch kräftig und modern, aber nicht zu klinisch.
Auch Sänger Trevor Strnad ist in Bestform. Er screamt und growlt sich gekonnt durch die knapp 34 Minuten Material – so wie man es von ihm gewohnt ist.
Was man jedoch seit Längerem vermisst, sind solch absolut grandios geschriebene Brecher wie „Virally Yours“ oder „To A Breathless Oblivion“, die zwar etwas weniger Melodie, dafür aber umso mehr Gewalt aufweisen.

Dafür will die Band auf „Nightbringers“ noch deutlich mehr Muskeln in puncto Können spielen lassen. Das gelingt auch, dennoch geht die Straightness etwas flöten. So klingt beispielsweise das Mainriff des Titeltracks ziemlich belanglos, während „As Good as Dead“ hingegen mordsmäßig beginnt. Die Balance zwischen guten und skipbaren Tracks ist somit auf „Nightbringers“ leider sehr ausgewogen.

The Black Dahlia Murder (Copyright: The Black Dahlia Murder)

Dass The Black Dahlia Murder auch noch etwas anderes können, präsentieren sie ebenfalls im bereits erwähnten Song „As Good as Dead“, in dem ein merkwürdiger Rock-Part auffällt, der zu Beginn total unangenehm klingt, doch seinen Charme in Kombination mit dem darauf folgenden Solo entfaltet.

Lässige Grooves wie in „Matriarch“ kriegt man dagegen ziemlich häufig serviert – und die ziehen einfach immer.

Was gibt „Nightbringers“ dem Hörer nun am Ende des Tages? Ziemlich viel! Ein Hauch Nostalgie, viel Energie und eine frische Band, die sich nicht unterkriegen lässt. Auch wenn nicht alle Songs einzeln überzeugen können, passt dieses Mal das Gesamtpaket. „Nightbringers“ ist daher ein Schritt in die richtige Richtung und nicht nur für The Black Dahlia Murder Fans ancheckbar.

Video

Trackliste

01 Widowmaker
02 Of God And Serpent, Of Spectre And Snake
03 Matriarch
04 Nightbringers
05 Jars
06 Kings of the Nightworld
07 Catacomb Hecatomb
08 As Good as Dead
09 The Lonely Deceased

Details

The Black Dahlia Murder – Homepage
The Black Dahlia Murder – Facebook

Label: Metal Blade Records
Vö-Termin: 07.10.2017
Spielzeit: 33:16

Copyright Cover: Metal Blade Records



Über den Autor

Marcus
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