Review

Mit neuem Label (Gentle Art Of Music) im Rücken veröffentlichen Subsignal ihr aktuelles Album „La Muerta“. Darauf zeugen elf Songs von ihrer Art, Progressive Rock an die Hörer zu transportieren.

Dies geschieht 2018 bei der fünfköpfigen Band, die sich für „La Muerta“ einige Gastmusiker (wie z.B. die RPWL-Musiker Markus Jehle, Kalle Wallner und Yogi Lang) mit ins Boot holte, durch AOR-Anleihen und Pop-Nuancen. Dadurch und nicht zuletzt durch die gelungenen Melodien und die klare Gesangsstimme von Arno Menses fällt der gegenwärtige subsignale Prog Rock insgesamt sehr zugänglich aus.

Wenngleich technisch versiert gespielt, suchen die hartgesottenen Prog Rock Fans Glanzleistungen hinsichtlich allzu vertrackter Songs hier vergebens. Zwar oft komplex angelegt, scheint es vielmehr so, als gehen Subsignal sehr linear vor. Die Gefahr, in einem Song den Faden zu verlieren, besteht für die Hörer somit nicht. Dennoch hätten sich Genre-Fans womöglich weniger AOR-Charme und stattdessen mehr Sperrigkeit gewünscht. Dem Hobby-Progger kommt die Herangehensweise auf „La Muerta“ dafür sehr entgegen. Und wer aufmerksam lauscht, wird feststellen, dass Subsignal auch auf dem aktuellen Album einiges an Stil-Kombinationen zu bieten haben. So schielt man mit „Even Though the Stars Don’t Shine“ teilweise sowohl nach den 80ern als auch in Richtung Radiokompatibilität. Vermutlich ist die Gefälligkeit des Titels auch der Grund, ihn als Singleauskopplung ins Rennen zu schicken.

Einem „Every Able Hand“ verpassen Subsignal wiederum einen dezenten 70er-Anstrich sowie Cembalo-artige Klänge, ohne dabei auf einen zeitgemäßen, modernen Sound zu verzichten.

Subsignal (Copyright: Subsignal)

Selbst die rockigsten Tracks bleiben auf „La Muerta“ allerdings eher seicht. Ausbrüche sucht man ebenso vergebens wie Überraschungen oder Übersongs schlechthin. Damit bleibt das Album zwar unaufdringlich, gleichsam leider jedoch auch sehr unverbindlich. Das spiegelt auch das ruhige Instrumental „Teardrops Will Dry In Source Of Origin“ wider. Von einer Akustikgitarre gefühlvoll präsentiert, wartet der Hörer auf weitere instrumentale Höhepunkte, die aber ausbleiben. Ähnliches gilt für die als Duett dargebotene und stark auf den Gesang reduzierte Ballade „Some Kind of Drowning“. Alles in allem ruhen diese Songs in sich selbst – und der Hörer bleibt ein wenig außen vor.

Insgesamt will der Funke von „La Muerta“ nur schwer überspringen. Obwohl immer wieder Gesang und Melodiestärke für gute Momente sorgen, sollte man schon ein Faible für die pop-rockige ruhige Seite des Prog Rock von Subsignal mitbringen, um hier auf Albumlänge am Ball zu bleiben. Für die kältere Jahreszeit aber sicherlich eine gute Option, den Silberling wieder aus dem Regal zu holen.

Video

Tracklist

01 271 days
02 la muerta
03 the bells of lyonesse
04 every able hand
05 teardrops will dry in source of origin
06 the approaches
07 even though the stars don’t shine
08 the passage
09 when all the trains are sleeping
10 as birds on pinions free
11 some kind of drowning

Details

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Label: Gentle Art Of Music / Soulfood
Vö-Termin: 25.05.2018
Spielzeit: 53:07

Copyright Cover: Gentle Art Of Music



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde