Review

Im Geiste tief amerikanisch und dort vor allem in den Südstaaten „on the road“, der Körper jedoch in Deutschland, genauer gesagt in Leipzig. Das ist Stefan Saffer, der mit „Singers & Players“ sein neues und bereits sechstes Studioalbum veröffentlicht.

Jener hat sich ganz dem Genre des Americana verschrieben und garniert dieses entsprechend mit Soul-, Blues-, Country-, Bluegrass- sowie Roots Rock-Elementen. Im Endergebnis ergibt dies eine abwechslungsreiche Mischung aus mal funkigen, mal bluesigen, oft rockigen und hin und wieder auch sehr bedächtig-ruhigen Songs.

Entsprechend der Stilauswahl bringt Stefan Saffer auf seinem Album diverse unterschiedliche Instrumente unter. Allen voran die Akustikgitarre, doch auch eine Mundharmonika, ein Banjo, eine Geige, eine Orgel oder Bläser sind beispielsweise zu vernehmen. Die instrumentale Vielfalt bewältigt Saffer jedoch nicht im Alleingang, sondern lud für „Singers & Players“ weitere internationale Gastmusiker ein.
Herausragend ist Lisa Lowell zu hören. Die Backgroundvocalistin von Bruce Springsteen unterstützt Stefan Saffer zum Beispiel im Song „House of rain“ und bildet dort zu seiner Stimme einen schmeichelnden Kontrast.

Die Mehrheit der Songs auf „Singers & Players“ strahlt eine Lässigkeit aus, die sich gut nebenbei hören lässt, in die man aber auch durch ihre unaufdringliche Art eintauchen und Saffer auf seiner Tour ‚gen amerikanischen Süden mental folgen kann. Recht trocken, oft reduziert und mit Fokus auf die rauchig-rockige Stimme des Singer-Songwriters, der gelegentlich jedoch auch sein Rock-Timbre auspackt, kommen hier Genre-Fans bestens auf ihre Kosten. Indem der Musiker immer mal wieder das Tempo seiner Songs variiert, wird das Album außerdem nicht langweilig.

Stefan Saffer (Copyright: Stefan Saffer)

Stefan Saffer (Copyright: Stefan Saffer)

Von den Südstaaten in die Karibik führt Stefan Saffer seine Hörer mit dem Überraschungstitel „Angel from the Jersey shore“, denn wie aus dem Nichts bringen Reggae-Rhythmen (vorzugsweise durch die Orgel performt) in der Mitte des Silberlings das ganze Album auf ein Neues in Schwung und zeigen, dass es nicht schadet, auch einmal über den Tellerrand der hier recht typisch gefahrenen Genreausrichtung zu blicken.

Dieser Titel bildet diesbezüglich jedoch eine Ausnahme, sodass man mehr Überraschungen auf „Singers & Players“ nicht erlebt. Daher ist das Album zugleich weniger interessant für Genre-ferne Hörer.
Eine enggesteckte Zielgruppe also, die man mit „Singers & Players“ anspricht, diese wird sich jedoch über ein Album freuen können, das die Qualitäten der oben erwähnten Genres hervorragend und professionell (auch klanglich) auf den Punkt bringt.

Es groovt, es kann auch ruhig, es ist – für Genre-Freunde – Zeit für „Singers & Players“.

Video

Tracklist

01 Singers and Players
02 Scars
03 Better than a broken heart
04 House of rain
05 Angel from the Jersey shore
06 Cold blue rain
07 I’m broke (but I’m not broken yet)
08 Paper Moon
09 From rebellion to redemption and then back
10 The rhythm of the river

Details

Stefan Saffer – Facebook

Label: Timezone Records
Vö-Termin: 25.09.2015
Spielzeit: 51:23

Copyright Cover: Timezone Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde