Review

Aktiv seit 2016 veröffentlicht die sich inzwischen vom Quartett zum Trio verkleinerte Band Steelmade mit „The Stories We Tell“ ihr zweites Album und tobt sich darauf in zwölf Songs in den Weiten des Rock und Alternative aus.

Mal die eine, mal die andere Richtung mehr betonend (und viel dazwischen bietend) ist es vor allem die Eingängigkeit, die den Songs gemein ist.

Polarisieren wird die Hörer allerdings der Gesang. Obschon dieser aufgrund seiner markanten Eigenwilligkeit als Aushängeschild der Band betrachtet werden kann und zu vielen Songs des Albums wie die Faust aufs Auge passt, wirkt er an anderer Stelle zu gewöhnungsbedürftig und manövriert einige Lyrics in genuschelte Gefilde, was dann selbst mit dem erdig-rotzigen Rock der Truppe nicht gerechtfertigt werden kann.

So unterschiedlich die Leadstimme zu gefallen weiß, so abwechslungsreich fällt das Album aus; jedoch mit dem Unterschied, dass „The Stories We Tell“ kaum Tracks aufweist, die nicht über kurz oder lang zünden werden. Möglicherweise benötigt der eine oder andere Song einen Durchgang mehr, um zu punkten, letztlich wird das Zweitwerk der Schweizer aber überzeugen und sich in die Gehörgänge fräsen.

Steelmade (Copyright: Steelmade)

Ob mit angezogener Handbremse und Akustikgitarre, metallischem Grundtenor, stadionrockig oder eher in die Alternative Richtung schielend – „The Stories We Tell“ bietet eine stilistische Vielseitigkeit, ohne dass ein Song gänzlich aus dem gesteckten Albumrahmen fällt. Dabei sind nicht nur permanent die Spielfreude von Steelmade, sondern auch reichlich Energie und damit Live-Potenzial der Titel hörbar. Dies überträgt sich zudem sehr schnell auf die Hörer.

Jene dürfen sich außerdem an einem modernen Sound erfreuen, der den teils old schooligen Anleihen innerhalb der Songs ebenso gerecht wird wie den frischen, zeitgemäßen Elementen. Es wundert daher nicht, dass „The Stories We Tell“ insgesamt eher zeitlos klingt und somit auch in einigen Jahren noch gespielt werden kann.

Dies ist der Band zu wünschen, die zukünftig ruhig noch selbstbewusster auf ihren eigenen Stil vertrauen sollte, um Assoziationen zu anderen Bands endgültig auszuschließen und Wiedererkennungswert und Alleinstellungsmerkmale zu gewinnen. Gelingt dies, darf man gespannt sein, was von Steelmade in den kommenden Jahren noch präsentiert wird.

Video

Tracklist

Remember When (A Piece Of Contemporary History)
02 Raise Your Voice
03 The Stories We Tell
04 Fairytales Of Childhood Days
05 Ashes Over Waters
06 Trial And Tribulation
07 The Best For Last
08 Deal With The Devil
09 Stupidity
10 Appearance And Reality
11 Desire And Love
12 We Are Bizarre

Details

Steelmade – Homepage
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Label: Fastball Music / Soulfood
Vö-Termin: 30.03.2018
Spielzeit: 47:30

Copyright Cover: Fastball Music



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde