Review

Lange fackelte die Band Steelfall nach ihrer Gründung 2016 nicht, bis erstes Material in Form des Debütalbums „The Event Horizon“ auf die Hörer losgelassen werden sollte. Seit April ist dieses nun erhältlich und liebäugelt vor allem mit potenziellen Käufern aus den Fankreisen von Bands wie As I Lay Dying, Nevermore oder Trivium.

Die elf Songs, mit denen Steelfall aus Portugal vorstellig werden, weisen allerdings selbst nach mehrmaligem Hören kaum Alleinstellungsmerkmale auf. Vielmehr beschränken sich Steelfall auf das musikalisch angestrebte Konzept und fahren dies konsequent über knapp 43 Minuten. Zwar solide umgesetzt, fehlt es den Titeln insgesamt an Raffinesse.

Obligatorische wie gleichsam austauschbare (sich mit den clean Vocals mal duellierende, mal ergänzend hinzukommende) gutturale Parts treiben das Album „The Event Horizon“ auf seiner Gesamtlänge etwas in Richtung Beliebigkeit. Das macht die Songs mit der Zeit sehr vorhersehbar; Highlights und Überraschungen bleiben in diesem Zusammenhang zu sehr auf der Strecke. Eintönigkeit und Abwechslungsarmut sind auf Albumlänge die Folge. Dabei können einzelne Titel, separat auf die eigene Playlist gepackt, diese durchaus gut ergänzen und bereichern.

Auch der Klargesang in hell-halliger Manier kann weitgehend überzeugen und deutet an, die Songs und textlichen Intentionen durchaus eigenständig und somit ohne Hinzunahme von Growls tragen zu können. Diesbezüglich ginge sicherlich noch viel mehr, doch leider bieten Steelfall auf „The Event Horizon“ zu oft dasselbe. Das Potenzial auf gesanglicher Ebene ist somit zu erahnen, wird aber (noch) nicht ausgeschöpft.

Steelfall (Copyright: Steelfall)

Dass das Quintett insgesamt weiß, was zu tun ist, zeigt „The Event Horizon“ alles in allem gut und dies spiegelt auch die druckvolle, klare Produktion wider. Dem Stil entsprechend lädt der Sound zum Aufdrehen der Boxen ein.

Wer daher noch einen Platz zwischen oben genannten Bands im CD-Regal frei hat, sollte in Erwägung ziehen, diesen mit Steelfall und ihrem Erstling zu füllen. Für die Band selbst heißt es, die eigenen Stärken und Eigenständigkeit in Zukunft weiter auszubauen.

Video

Tracklist

01 In The Dark
02 Open Your Eyes
03 Your Betrayal
04 Drowning In Hatred
05 The Unspoken
06 This Fire Will Rise
07 The Fall Of Men
08 Far Away From You
09 Ethereal
10 The Event Horizon
11 No Time To Waste

Details

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Label: Raging Planet
Vö-Termin: 07.04.2017
Spielzeit: 42:11

Copright Cover: Raging Planet



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde