Review

Start A Revolution – in diesem Fall keine Aufforderung unsererseits, sondern der Name einer Metalband aus Aachen, die sich mit „Survivors“ im giftgrünen Artwork-Gewand nach mehrjähriger Pause zurückmeldet.

(Post-)Hardcore bildet die Basis ihrer Musik, die darüber hinaus mit Elementen aus weiteren unterschiedlichen Genres angereichert wird. Diesbezüglich fällt vor allem der Punk-Einschlag immer mal wieder auf, ohne dabei das metallische Fundament ganz zu verlassen. So setzen Start A Revolution stets neue, erfrischende Akzente in ihren Songs, bleiben sich und ihrem gewählten Stil jedoch permanent treu.

Soundtechnisch setzt man das Geschehen auf „Survivors“ modern und druckvoll in Szene. Hin und wieder erzielen allerdings die Effekte auf den Backgroundvocals (ob gegrowlt, gescreamt oder als Gangshouts dargeboten) nicht das gewünschte Ergebnis. Oftmals – und im Vergleich zu den kraftvollen Leadvocals – fallen jene zu dünn aus. Ein Song wie „Broadcaster“ zeigt sogar, dass das, was sich im Hintergrund alles abspielt, zwar gut gemeint, aber letztlich doch zu viel des Guten ist; hier verkommt das meiste des musikalischen und gesanglichen Hintergrunds vermehrt zu einem eher chaotischen Klangwirrwarr.

Dass Start A Revolution wissen, wie „Survivors“ funktionieren kann, beweist die Band jedoch häufig genug an anderer Stelle. Obschon sich die Songs ohne nennenswerte Pausen aneinanderreihen, somit phasenweise der Eindruck entstehen könnte, es hier mit einem einzigen langen Track zu tun zu haben, und dadurch die Gefahr besteht, die Hörer auf Albumlänge zu verlieren, schafft es das Quintett spielend, das Blatt stets zu ihren Gunsten zu wenden.
Insbesondere ihr Händchen für griffige Hooks kommt ihnen diesbezüglich zugute und auch die Abwechslung auf „Survivors“ spricht für das Album.

Start A Revolution (Copyright: Start A Revolution)

So liefert man beispielsweise mit „Anchor“ abseits der dominierenden und genretypischen Aggression einen äußerst melodischen Titel, der nicht nur mit variablem Gesang aufwartet, sondern auch am Hörer nicht wirkungslos vorüberzieht. Selbiges versuchen Start A Revolution erfolgreich mit dem Folgesong und gleichzeitigen Titeltrack „Survivors“, der durch seinen partiellen hymnenhaften Charakter zum Mitsingen einlädt. Ein Song wie „Sit & Wait“ zeigt außerdem, dass man mit poppig angehauchtem Refrain bereit für die Airplays diverser Radiosender ist.

Die hörbare Energie der Band und ihrer Titel deutet ferner darauf hin, dass hier eine starke Liveband am Start ist. Wer also nach dem Konsum des Albums „Survivors“ von Start A Revolution noch nicht ganz überzeugt ist, sollte sich die Jungs eventuell einmal auf einem ihrer Konzerte ansehen, das wird die Meinung sicherlich schnell ändern.

Video

Tracklist

01 Hellcome
02 Anchor
03 Survivors
04 Broadcaster
05 Broken Heart
06 Questions
07 Wake Up
08 Values
09 Sit & Wait
10 Remain The Same
11 Anthem Of Today
12 Unity Hymn

Details

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Label: Rockaine Records
Vö-Termin: 16.02.2018
Spielzeit: 46:41

Copyright Cover: Rockaine Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde