Review

Nachdem schon das Album „Archangel“ ein ganz schöner Brecher war, bringen Soulfly mit „Ritual“ nun einen weiteren derberen Bastard auf den Markt.

Cavalera & Co. in Höchstform

Max Cavalera zeigt sich darauf in absoluter Höchstform, holt sich aber dennoch für einige der insgesamt zehn Songs ein paar weitere Größen als Gastmusiker mit ins Boot.
Das Ergebnis: Mit „Ritual“ wird es brachial und groovy.

Direkt mit dem Titeltrack zu starten, erweist sich häufig als sehr gewagt. Im Falle von Soulfly spiegelt „Ritual“ jedoch den Sound des neuen Albums perfekt wider. Es geht aggressiv nach vorne und gerade der Opener versprüht dabei jenen old school Soulfly-Vibe, wie ihn auch die Alben „Primitive“ oder „3“ besitzen.

Gastauftritt

Im folgenden Song „Dead Behind The Eyes“ gibt sich dann schon der erste Gastmusiker die Ehre: Randy Blythe (u.a. Lamb of God). Er macht hier weder zum ersten Mal gemeinsame Sache mit Soulfly, noch enttäuscht seine Performance. Im Gegenteil, sorgt er doch gleich noch für etwas mehr Groove im Track. Dieser macht am Ende dann sogar Anstalten, ein wenig slammig zu werden, und der Hörer ist erstaunt, hat er doch solch ein Brett von Soulfly nicht erwartet.

Viel geboten

Insgesamt lassen Cavalera und Mannen mit „Ritual“ ein musikalisches Gewitter aufziehen, das seinesgleichen sucht. Das Album zieht die Hörer in seinen Bann und überrascht mit Extremen wie z.B. Industrial-Einflüsse im Titel „The Summoning“, der sich (trotzdem) gut in das Album einfügt. Auf „Ritual“ wirkt nichts aufgesetzt oder sinnlos herum experimentiert. Stattdessen wird derart viel geboten, dass ein „Evil Empowered“ beispielsweise auch auf einer modernen Hatebreed-Platte einen Platz hätte finden können, wohingegen „Under Rapture“ das übelste Death-/Thrash-Gewitter darstellt; Blastbeats inklusive.

Soulfly (Copyright: Char Tupper)

Soulfly grooven sich nur so durch die Tracks und sind um kein Metal-Subgernre verlegen. Dadurch wirkt „Ritual“ ziemlich organisch.

Der Sound

Das unterstützt auch der Sound; ebenfalls organisch, ist er dennoch brachial, roh und fett. Dies führt dazu, dass die Hörer die Energie der ganzen Truppe förmlich spüren können.

Fazit

Soulfly bringen mit „Ritual“ somit vielleicht das Ausnahmealbum des Jahres auf den Markt, das kritiklos als Gesamtpaket überzeugt.

Video

Tracklist

01 Ritual
02 Dead Behind The Eyes
03 The Summoning
04 Evil Empowered
05 Under Rapture
06 Demonized
07 Blood On The Street
08 Bite The Bullet
09 Feedback!
10 Soulfly XI

Details

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Label: Nuclear Blast Records
Vö-Termin: 19.10.2018
Spielzeit: 43:13

Copyright Cover: Nuclear Blast Records



Über den Autor

Marcus
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