Review

Sons of Sounds aus Karlsruhe toben sich seit geraumer Zeit mit einem Mix aus Progressive Rock, Artrock und Heavy Metal aus und läuten damit bei all jenen Hörern Alarm, die es akustisch gerne straight, eingängig und direkt mögen. Dass sich diese Hörvorlieben und die genannten Genres nicht zwingend ausschließen müssen, beweist das inzwischen vierte Album „Into The Sun“, mit dem das Trio eine breite sowohl Metal- als auch Rock-Hörerschaft erreichen dürfte.

Zu verdanken ist dies vor allem der Tatsache, dass die Prog-/Artrock-Züge auf „Into The Sun“ angenehm und selbstverständlich integriert werden und jene die Musik somit trotz komplexer Ansätze stets zugänglich belassen. Kaum, dass beispielsweise ein Gitarrensolo zu verspielt und ausufernd wirken könnte, lenkt die Band den betreffenden Titel in eine neue Richtung und sorgt mit viel Melodiestärke für Gefallen. Insgesamt funktionieren die Songentwicklungen permanent hervorragend und lassen u.a. mit dem Wechsel von galoppierenden zu schweren, tragenden Riffs auch nach mehrmaligem Hören keine Langeweile aufkommen.

Steht man also mit dem Artrock auf Kriegsfuß, sorgen Sons of Sounds dafür, dass selbst die kritischsten Zeitgenossen mit dieser Spielart versöhnt werden. Ob es für das Ganze allerdings eine eigen kreierte Genrebezeichnung braucht, wie hier als „Free Metal“ gewählt, sei einmal dahingestellt, denn gerade aufgrund der harmonischen Einbindung aller genannter Stilzutaten hätten es die üblichen Verdächtigen als Klassifizierung auch getan.

Doch egal, welchen Namen man dem musikalischen Schaffen gibt, feststeht, dass Sons of Sounds ihrem Namen mehr als gerecht werden. Ihr Handwerk verstehend, unterstreichen die Macher ihr Tun auch in produktionstechnischer Hinsicht. Roh, authentisch und mit einem Hauch Retro versehen ertönen die zehn Songs aus den Boxen und wirken nichtsdestotrotz zeitgemäß. Spielfreude, Leidenschaft und Energie sind dabei unüberhörbar.

Sons of Sounds (Copyright: Sons of Sounds)

So fällt es letztendlich schwer, einzelne Songs als Anspieltipps oder Albumrepräsentanten zu extrahieren, denn bereits mit dem Opener holt man die Hörer ab und zieht sie bis zum Schluss in den Bann. Einzig die hohen Töne, wenn sie denn allzu inbrünstig und beinahe geschrien dargeboten werden, könnten auf gesanglicher Ebene nicht jedem zusagen. Dass am Mikro aber durchaus auch mit sehr viel Wärme und Wohlklang agiert werden kann, stellt immerhin die Mehrheit der Songs unter Beweis.

Alles in allem gibt es hier wenig zu kritisieren und Sons of Sounds liefern mit „Into The Sun“ ein Album ab, das selbst genrefremde Hörer definitiv zum wiederholten Konsum einlädt.

Video

Tracklist

01 Into The Sun
02 One Sky
03 Soulcleaner
04 Cosmic Queen
05 Flame Of Trinity
06 Blood Of The Shamans
07 Illumination
08 Going Home
09 Time Is Running Out
10 Before I Die (Bonustrack)

Details

Sons of Sounds – Homepage
Sons of Sounds – Facebook

Label: Eucalypdisc Records / Herbie Martin Music
Vö-Termin: 26.08.2017
Spielzeit: 58:52

Copyright Cover: Eucalypdisc Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde