Review

Wenn man bis dato noch nicht das richtige Post-Rock-Material für sich gefunden hat, sollte man sich definitiv „Made of Breath Only“ widmen. Die Prog- bzw. Post-Rocker Sleepmakeswaves geben sich hier wieder einmal die Ehre und dabei ist ein Werk herausgekommen, das sowohl technische Ansprüche als auch qualitative Ohrwurm-Faktoren aufweist.

Sleepmakeswaves werfen ihre Zuhörer zwischen Ambient-artigen Passagen, die an melodischer Atmosphäre alles aus den beteiligten Instrumenten herausholen, und einer gewaltigen Art, ihre Akkorde roh und zielstrebig klingen zu lassen, hin und her.
Natürlich mag man an dieser Stelle vielleicht denken, dass dies nicht das innovativste Konzept ist, zumal sich diese Herangehensweise im Sound zig anderer Bands der Sparte wiederfindet. Doch die Jungs gehen die Dinge auf ihrem Album ein wenig anders an bzw. gestalten sich die Elemente viel zugänglicher. Besonders die elektronischen Einflüsse steuern dazu ihren Teil bei. Es ergeben sich hieraus nicht nur angenehme synthetische Melodien, die in den Ohren hängen bleiben, Sleepmakeswaves arbeiten sogar mit ihren Samples sehr variantenreich. Auch vor aggressiveren Raves schreckt man auf „Made of Breath Only“ nicht zurück.

Gleiches gilt für das Arrangement für Gitarre, Bass und Schlagzeug. Da man hier von einem instrumentalen Sound ausgehen kann, ist es besonders wichtig, dass viel mehr Substanz auf dieser Ebene erzeugt wird, an der sich der Zuhörer immer orientieren kann. Dies gelingt der Band durchgehend. Die Riffs brennen sich nur so fest und die Basslinien spielen keineswegs eine unwichtige Rolle dabei, die Musik besonders voll klingen zu lassen.

Sleepmakeswaves (Copyright: Sleepmakeswaves)

Auch wird man nicht von einem komplexen Songwriting übermannt, das den Hörer auf Dauer abdriften lässt. Während Sleepmakeswaves es offensichtlich simpel angehen, merkt man fast gar nicht, wie sich die Songs ganz subtil und im progressiven Sinne selbst aufbauen.

Zwischendurch gibt es dann doch die eine oder andere durchschaubare Passage, die sich mehr oder weniger in den Kontext eingliedert. Allerdings kann man davon ausgehen, dass dies nicht jeden stören wird; vielleicht hilft diesbezüglich aber auch die euphorische Überwältigung, die einen bei Beginn fast jeden Songs erfasst.

„Made of Breath Only“ versteht es durchaus, eine breitere Masse an Zuhörern anzusprechen; seien es die, die ihre Zehn-Minuten-Tracks genießen, oder diejenigen, die sich ein oder zwei Songs unterwegs anhören wollen und dadurch bereits das musikalische Gesamtpaket der Band zusammengefasst bekommen.

Video

Trackliste

01 Our Days Were Polar
02 Worlds Away
03 To Light And / Then Return
04 Tundra
05 The Edge Of Everything
06 Made Of Breath Only
07 Into The Arms Of Ghosts
08 Midnight Sun
09 Glacial
10 Hailstones

Details

Sleepmakeswaves – Homepage
Sleepmakeswaves – Facebook

Label: Pelagic Records
Vö-Termin: 31.03.2017
Spielzeit: 58:43

Copyright Cover: Pelagic Records



Über den Autor

Christopher