Review

Mit dem Namen The Slayerking hat sich die in Griechenland beheimatete Band schon einmal einen martialischen Anstrich verpasst. Diesen will sie nun auch in ihrer Musik widerspiegeln und so debütieren The Slayerking mit ihrem Album „Sanatana Dharma“.

Mit dem werbewirksamen Hinweis auf Ähnlichkeiten zu Bands wie Paradise Lost oder Tiamat sowie der bandeigenen Beschreibung „Doom Metal with progressive, dark rock and gothic elements. And all this in Death metal sound. Fuck yeah!“ wendet man sich nicht nur an eine gezielte Hörerschaft, sondern enttäuscht jene umso mehr, wenn die damit geweckten hohen Erwartungen nicht erfüllt werden.

Zu früh urteilen möchte man natürlich noch nicht, aber Opener „She Is My Lazarus“ ist Weiten von den Qualitäten des Liedguts der Referenzbands entfernt. Löst sich der Hörer allerdings von den erhofften Vorstellungen, wie The Slayerking nach obigen Ankündigungen zu klingen haben, dann ist dem Titel respektive der Band durchaus eine Eigenständigkeit anzumerken. Inwiefern diese jedoch im Falle von „She Is My Lazarus“ positiv oder negativ ausgelegt wird, ist eine reine Geschmacksfrage und wird vor allem jene Hörer überzeugen, die monotone repetitive Phasen auf Doom-Basis mögen. Und so schleppen sich The Slayerking zunächst bass- und dann gitarrendominiert auf immer gleiche Art durch den Titel, halten aber abgesehen von einigen wenigen Zerrsounds keine Überraschungen parat.
Sieht man von dem im Hintergrund geflüsterten Part einmal ab, beschränkt sich auch der Text von „She Is My Lazarus“ auf lediglich folgende Verse, die mantraartig wiederholt werden:

You belong to me.
You belong to me.
All your flesh and soul.
All your soul and flesh.
Rise! Rise! Rise!“

Ein Höchstmaß an Variation wird hier also einzig daran ersichtlich, dass „flesh“ und „soul“ einmal die Plätze tauschen, darüber hinaus könnte aber nur noch „Rise“ für Unterhaltung sorgen, sollte es als „Reis“ jemals in die Geschichte der misheard Lyrcis eingehen. Die mit Penetranz vorgetragene Obsession will sich jedenfalls nicht auf den Hörer übertragen. Warum also ausgerechnet zu diesem textlich eher armen Track ein Lyric Video produziert wurde, weiß nur die Band, wer es sich jedoch dennoch einmal anschauen möchte, klickt hier.

Die mit „She Is My Lazarus“ eventuell aufkommende Abschreckung, sich näher mit The Slayerkings Album „Sanatana Dharma“ auseinandersetzen zu wollen, kehrt das Trio glücklicherweise durch den Folgesong „Black Mother Of The Lord Of Light“ in mehr Begeisterung um. Begleitet von einem akzentuierten Riffing weist der Song eine Dynamik auf, welche die letzte Lethargie, resultierend aus „She Is My Lazarus“, hinfort fegt.
Stimmungstechnisch bleiben The Slayerking natürlich auch hier vorrangig in den dunklen Gefilden der Tristesse und Melancholie, was ihre Dark Rock und Gothic-Einflüsse unterstreicht.

Atmosphärisch, aber erneut tragender und auf das Doom-Fundament konzentriert schließt sich „Sargon Of Akkad“ an, dem man besonders auf gesanglicher Ebene (gutturale Einschübe stehen neben düster-tiefem Klargesang) eine Vielseitigkeit verpasst.

Akustikgitarrenklänge mischen sich in den Song „Magnificent Desolation“ und verschaffen ihm im harten Zusammenspiel aus E-Gitarre und Bass kurze Ruhephasen. Dass sich The Slayerking auch auf progressive Ausrichtungen verstehen, möchte die Band ebenfalls in diesem Track deutlich unter Beweis stellen, allerdings steht ihnen eine weniger verspielte Spielweise weitaus besser als ein dadurch eher nach Klangchaos wirkendes Arrangement.

The Slayerking (Copyright: The Slayerking)

The Slayerking (Copyright: The Slayerking)

Und so pendelt auch das restliche Songmaterial auf „Sanatana Dharma“ zwischen soliden Nummern, die mal durch allzu progressives Vorgehen auf die Hörer eher befremdlich wirken, mal aber auch durch Atmosphäre und sogar mit Überraschungen (z.B. das klar gesungene und dadurch in den Strophen fast schon balladeske „We Are The End“) überzeugen können. Während dabei die eingangs erwähnte Selbstbeschreibung von The Slayerking durchaus zutrifft und mit den einzelnen acht Songs bestätigt wird, sollte man den Vergleich mit Paradise Lost und Tiamat mit Vorsicht – oder zumindest mit Abstrichen – genießen. Es ist noch ein Stückchen zu gehen, um in der Liga dieser Bands mitzuspielen. Soundtechnisch befindet man sich jedoch schon auf dem richtigen Weg und auch der Ansatz, eigene Ideen umzusetzen, statt nur wie Szenegrößen klingen zu wollen, ist eine gute Voraussetzung, auf die man aufbauen kann.

Video

Tracklist

01 She Is My Lazarus
02 Black Mother Of The Lord Of Light
03 Sargon Of Akkad
04 Magnificent Desolation
05 We Are The End
06 My Lai
07 The Man That Never Was
08 Southern Gate Of The Sun

Details

The Slayerking – Homepage
The Slayerking – Facebook

Label: Finisterian Dead End
Vö-Termin: 18.01.2016
Spielzeit: 39:14

Copyright Cover: Finisterian Dead End



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde