Review

„Welcome To The Slave Republic. Wo alles besser ist.“
Mit diesem warmen Willkommensgruß zur kühl unterlegten Elektromusik leitet das Duo Slave Republic in sein neues und gleichzeitig drittes Album „Songs For Sinners“ ein.

Gleich nach dieser herzlichen und hoffnungsvollen Begrüßung, die bereits andeutet, dass sowohl mit (mehrheitlich) englischen als auch (wenigen) deutschen Lyrics gearbeitet wird, schließt sich „Sinner“ an. Ein starker Song; als erste Singleauskopplung beweisen Slave Republic damit allerdings Mut, gibt es doch einige potenziell bessere Ohrwürmer, mit denen man die Hörer umgehend gefangen nehmen könnte. Die Entscheidung, mit „Sinner“ hinsichtlich des neuen Albums vorstellig zu werden, spricht jedoch für das Zweiergespann, bestehend aus Alec Fu und Alex Alice. Sie gehen hiermit nicht den bequemen Weg, sondern riskieren etwas – und das zu Recht und mit Erfolg.

Ob sie am Dance-Bereich kratzen, dubstepartige Anleihen integrieren oder dem selbst bezeichneten Synthwave-Noir gerecht werden, club- und tanztauglich sind die neuen Stücke allesamt.

Einige Songs entfalten ihre volle Kraft jedoch erst im Refrain, wohingegen die Strophen scheinbar zunächst etwas auf der Strecke bleiben. Das betrifft auch die auf Deutsch gehaltenen Tracks „Klarer See“ und „Abendmahl“; englische Texte scheinen einfach unmittelbarer zu funktionieren.

Ausgeglichen wird dies jedoch immer wieder durch die Vielfalt an Melodien und Effekten, die es in allen zehn Songs zu entdecken gibt. Jene sitzen stets auf dem Punkt und führen dazu, dass „Songs For Sinners“ mehr als nur ein herkömmliches Synthpop-Album ist. Ganz im Gegenteil, wirkt der musikalische Inhalt oftmals weitaus weniger belanglos als so manche Genrekollegen derzeit agieren.

Slave Republic (Copyright: Slave Republic)

Um dennoch einen Vergleich zu bemühen, ließe sich eventuell – die musikalische Basis, den damit einhergehenden Detailreichtum und den Pop-Appeal betreffend – die Band Ashbury Heights anbringen.

Doch Vergleiche hin oder her – Slave Republic ziehen auf „Songs For The Sinners“ ihr Ding durch und dies konsequent und qualitativ hochwertig. Fakt ist zudem, je öfter man das Album hört, desto mehr brennen sich die Songs ein und überzeugen. Zweiflern ist daher angeraten, vor einem finalen Urteil einige Male die Repeattaste zu bedienen. Fans und Synthpop-Hörern muss man dies hingegen nicht zweimal sagen.

Video

Tracklist

01 Welcome (To The Slave Republic)
02 Sinner
03 Deathless Dream
04 Godspeed
05 Something Inside You
06 Re-Love
07 Klarer See
08 Let’s Play War
09 Abendmahl
10 Dorian Gray

Details

Slave Republic – Homepage
Slave Republic – Facebook

Label: Accession Records / Indigo
VÖ-Termin: 15.09.2017
Spielzeit: 40:39

Copyright Cover: Accession Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde