Review

Die Thrasher Running Death sorgen zu heißen Temperaturen mit ihrer Musik dafür, dass ihren Fans vor Bewegung noch heißer wird. „DressAge“ ist der Titel des neuen Werkes, das zehn Songs umfasst und musikalisch an seinen Vorgänger „Overdrive“ anschließt; was so viel bedeutet, wie hyperaktives Schrammen an den Seiten, pumpende Beats und eine merkliche Spur von Misanthropie (auch wenn Running Death sich stets mit einem Augenzwinkern über ihre Mitmenschen lustig machen).

„Overdrive“ vereinte das klassische Prinzip des Thrash Metals, während es zu keiner Zeit abgedroschen klang und gleichzeitig auch etwas Modernes an sich hatte, sodass sich auch Hörer mit dieser Musik problemlos beschäftigen konnten, die bis dato nicht den Bezug zu diesem Genre finden konnten. Doch dieses Gefühl hat man auf „DressAge“ nur zum Teil.

Ein weiterer Aspekt, durch den „DressAge“ nicht mit dem Vorgänger mithalten kann, ist der Gesang, was bereits im ersten Song „Courageous Minds“ feststellbar ist. Running Death legen zwar auch hier sofort mit ihrem Riffgewitter los, das ein Déjà-vu bezüglich des letzten Albums erzeugt, während der Sound im Kern Thrash Metal repräsentiert, der in einem moderneren Gewand daherkommt, im Kontrast dazu stehen jedoch die Vocals, denen deutlich der Druck fehlt und die stellenweise nicht wirklich mit dem Rest harmonieren.
Dass die Stimme nicht immer so dünn klingt, zeigt „Numbers“, in dem gesanglich eine super Performance abgelegt wird – und das sogar im perfekten Einklang mit der Intention des Titels. Auch „Safety Seconds“ überzeugt diesbezüglich, denn mit diesem Track stellen Running Death sowohl ihr Händchen für Balladen als auch die Tatsache unter Beweis, dass nicht immer nur herumgebrüllt werden muss.

Was den instrumentalen Teil der Platte angeht, so sind Running Death stets on point. Sie machen eben die Art von Musik, bei der es schwerfällt, still sitzen zu bleiben. Dennoch stellt sich sehr schnell heraus, dass die Band das missen lässt, was sie auf „Overdrive“ noch so auszeichnete: Individualität. „DressAge“ dümpelt zur Hälfte im Thrash-Einheitsbrei herum, kaum eine Passage überrascht und eine Menge Songs nimmt man lediglich nur nebenbei mit.

Running Death (Copyright: Running Death)

Running Death (Copyright: Running Death)

Gesang und musikalisches Konzept sind allerdings immer auch so eine Sache und werden stets sehr subjektiv gewertet. Daher werden die Jungs mit „DressAge“ sicherlich an anderer Stelle auf großen bzw. größeren Zuspruch stoßen. Und natürlich gibt es abseits dieser Kritik auch viele Gründe, warum man sich auf „DressAge“ einlassen sollte; beispielsweise gibt es hier einige Momente, in denen die Songs wirklich unbarmherzig zünden. Running Death wissen nämlich ganz genau, wie sie einen Titel zu gestalten haben. Wenn auch – wie schon erwähnt – oft auf Kosten der Innovation, reißt die Band ihre Hörer grundsätzlich immer mit.

Auch die Riffs, die den Hörer immer wie aus dem Nichts direkt ins Gesicht springen und mit ihren Melodien gefangen halten, sprechen für das Album. Dass darüber hinaus nicht ständig in Hochgeschwindigkeit auf die Drums eingetrümmert wird, sondern viel Groove und Abwechslung integriert werden, lädt ebenfalls zum Hören ein. Wenn die Chemie der Band also erst einmal wirkt, dann ist man in ihrem Sog gefangen.

Video

Trackliste

01 Courageous Minds
02 Dressage
03 Delusive Silence
04 Heroes Of The Hour
05 Duty Of Beauty
06 Numbers
07 Beneath The Surface
08 Anthem Of Madness
09 Safety Second
10 Refuse To Kill

Details

Running Death – Facebook

Label: Punishment 18 Records
Vö-Termin: 26.05.2017
Spielzeit: 45:56

Copyright Cover: Punishment 18 Records 



Über den Autor

Christopher