Review

Rivers of Nihil sind seit 2013 eine feste Größe im amerikanischen Death Metal. Die Jungs pushen sich mit jedem Album weiter in die Unabhängigkeit. „Where Owls Know My Name“ heißt ihre neue Scheibe, die mit klarem Gesang und Saxophon daherkommt. So etwas kennt man von der Band bisher nicht und man wundert sich zugleich, wieso sie das nicht schon vorher gemacht haben, denn es klingt sehr stark.
Wer Standard Death Metal sucht, wird schnell fündig; wer jedoch etwas Raffinesse in seinen schnöden Brutal Death Metal Alltag mixen will, der ist also hier genau richtig.

Schon das Intro wirkt sehr speziell. Ein wenig Gesang hier, etwas Gitarrensounds mit ein paar Samples darunter dort; eigentlich sind Rivers of Nihil diesbezüglich auch etwas straighter unterwegs, aber nun passt dies ganz gut zur erweiterten Ausrichtung der Truppe. Immerhin geben sie sich auf der neuen Scheibe deutlich interessanter und facettenreicher.

Mit „The Silent Life“ zeigen sie dann, zu welchem Groovegewitter sie imstande sind. Vor allem die sphärischen Sounds, gepaart mit Saxophon-Klängen, machen diesen Track schon mal zum Highlight. Aber auch Jake Dieffenbach ist mit seinem hardcorelastigen Death Metal Gesang wieder mal in Höchstform. Zudem wirkt das Songwriting insgesamt straighter, aber dennoch nicht langweilig, und auch solotechnisch wird mehr geliefert.

Dachte man anfangs, „A Home“ wirkt ein wenig uninspiriert, entpuppt sich der Song nach mehrmaligem Hören als Hymne der ganzen Platte. So viel Kraft, Energie und Emotionen gab es auf dem letzten Album „Monarchy“ nicht zu hören.

Auch wenn die Albummitte an Drive und Kreativität verliert, muss man den Hörern „Subtle Change“ und „Terrestria III: Wither“ ans Herz legen. Bemerkenswerte Anspieltipps.

Und dann kommt noch der Titeltrack, der mit solidem Männergesang in eine andere Richtung geht, zumindest am Anfang. Der Song ist massiv, eingängig und sprüht nur so vor tollen Ideen. Die Truppe perfektioniert außerdem ihr Gespür für massive Soundwände.

Rivers of Nihil (Copyright: Rivers of Nihil)

Apropos Sound: Der ist auf „Where Owls Know My Name“ etwas moderner; insbesondere der Bass ist dieses Mal eine Wucht. So sollten alle Metal-Bands ihren Bassisten den Freiraum geben, den sie verdienen.

Sieht man sich zudem die Laufzeit der Songs an, so fällt auf, dass sich Rivers of Nihil viel Zeit in den Tracks lassen. Da werden massive Arrangements kreiert, die dann in einem Gewitter enden. Ihre Grooves gehen unter die Haut und wirken intensiv. Auch live werden die Tracks sicherlich hervorragend funktionieren.

Damit ist „Where Owls Know My Name“ uneingeschränkt zu empfehlen. Zwar waren die Vorgängerscheiben deutlich straighter, dafür ist die Weiterentwicklung der Band lobenswert und sollte definitiv gehört werden. Hier wächst eindeutig eine neue Größe in der Szene heran.

Video

Tracklist

01 Cancer / Moonspeak
02 The Silent Life
03 A Home
04 Old Nothing
05 Subtle Change (Including the Forest of Transition)
06 Terrestria III: Wither
07 Hollow
08 Death Is Real
09 Where Owls Know My Name
10 Capricorn / Agoratopia

Details

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Label: Metal Blade Records
Vö-Termin: 16.03.2018
Spielzeit: 56:32

Copyright Cover: Metal Blade Records



Über den Autor

Marcus
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