Review

Ihrem 2016er Album „The Dragon’s Year“ lässt die finnische Melodic Metal Band Psychework ihr neues Album „Karelian Hills“ folgen. Mit erneut acht Songs schließt die Veröffentlichung quantitativ exakt an „The Dragon’s Year“ an, und auch qualitativ kann der aktuelle Silberling mit dem überzeugenden letzten Werk mithalten.

So kommen die Fans und Hörer der Finnen abermals in den Genuss erhabener, warmer, melodiöser, opulenter und gefühlvoller Songs, deren gewaltige, soundtracktaugliche Soundscapes an jene von einer Band wie Kamelot erinnern. Süßliche, aber nicht kitschige Keyboards kommen dabei ebenso zum Zug wie sinfonische Arrangements; ausgiebige Intros leiten in Titel ein, die von Tempo- und Rhythmuswechseln durchzogen sind und phasenweise progressive Züge aufweisen; harte Riffs und Drums kontrastieren mit melodischen Parts voller Emotionalität.

Und mittendrin in diesem Geschehen platziert sich Sänger Antony Parviainen mit inbrünstiger Stimmgewalt. Erhaben trägt er die Lyrics, die u.a. über das hart umkämpfte Karelien im Zweiten Weltkrieg berichten, an die Hörer. Dabei intoniert er dem Inhalt gemäß mal energisch und zeigt sein Können auch im Kopfstimmenbereich, mal schlägt er sanfte Töne an und geht mit warmer Stimme unter die Haut.

Doch nicht nur gesanglich wird der Inhalt des Albums passend an die Hörerschaft transportiert, auch die Instrumentierung ist entsprechend angelegt.

Psychework, 2017 (Copyright: Jaakko Manninen)

Dafür greifen Psychework auf die Atmosphäre unterstützende Maßnahmen zurück wie beispielsweise eine Kinderstimme im Song „Siege“ oder ein Akkordeon und „lalalei“-Gesänge in „Phantom White“. Hin und wieder meint die Band es mit diesen Zusätzen jedoch zu gut, sodass einige Titel dadurch stellenweise überladen wirken oder der Hörfluss sowie die Stimmung gestört werden. Da Gesang und Instrumente die Texte bereits hervorragend wiedergeben, hätte man mit weiteren Zutaten etwas sparsamer umgehen können.

Zeit genug, um diese zusätzlichen Elemente unterzubringen, haben die Titel immerhin, denn mit Songlängen zwischen fünf und zehn Minuten geben Psychework ihren Tracks ausreichend Raum, um sich zu entwickeln, und schaffen Platz für diverse musikalische Kniffe und Ideen.

Bleibt abgesehen von dieser minimalen Kritik abschließend festzuhalten:
Epische Songlängen, epische Songarrangements, epische Gesangsstimme, epische Wertung!

Trailer

Video

Tracklist

01 Siege
02 Phantoms White
03 Sky Keeps Raining
04 Fury and the Beast
05 Karelian Hills
06 Fire Still Burns
07 Ghost Patrol
08 There Beyond

Details

Psychework – Homepage
Psychework – Facebook

Label: Ranka Kustannus / Soulfood
Vö-Termin: 20.04.2018
Spielzeit: 50:48

Copyright Cover: Ranka Kustannus



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde