Review

Vier Jahre hat es gedauert, dass die Band Phi aus Österreich ihrem letzten Album „Now The Waves Of Sound Remain“ (2014) ein neues Werk folgen lässt. Nach einer Line-up Runderneuerung um Mastermind Markus Bratusa hat mit der Veröffentlichung von „Cycles“ die Wartezeit für Prog Rock Fans nun ein Ende gefunden.

Sphärische Klänge eröffnen in „Children Of The Rain“ das nur aus sechs Songs bestehende, dafür mit einer Spielzeit von knapp 48 Minuten daherkommende Album, das nach wenigen Sekunden der ruhigen Einführung mit elektronischen Klängen triumphal die progressive Ausrichtung der Band einleitet und bereits jetzt von seiner Melodiestärke zeugt.

Allen voran bieten Phi gesanglich eine abwechslungsreiche Performance, die die melodischen Momente des Albums unterstützt. Emotional, aber dabei durchaus kraftvoll überzeugt der Klargesang ebenso wie die teils verzerrten Sequenzen, die als zusätzliches Element auf gesanglicher Ebene hinzugezogen werden und insbesondere zu den dezent platzierten elektronischen Zugaben passen.

Musikalisch dominieren Polyrhythmiken die komplexen Titel, die trotz ihrer verschachtelten Arrangements stets nachvollziehbar und harmonisch ausfallen. Während die Songs eine Menge Groove hervorbringen, sorgen einige Male jazzige Anleihen für zusätzliche Nuancen.
Dennoch wirken vereinzelte Tracks stellenweise etwas zu lethargisch und monoton, indem beispielsweise zu oft auf Wiederholungen gesetzt wird. Immer dann wird der Flow des Albums gestört und der Hörer muss sich erneut in das Werk einfinden.

Phi (Copyright: Phi)

Bei allem Wohlgefallen bedarf es aufgrund dessen – und nicht zuletzt dem künstlerischen Anspruch der Band geschuldet – mehrere Hördurchläufe, bis Zugänge zu „Cycles“ gefunden und alle Details des Albums ausgemacht werden können. Durch die druckvolle und moderne Produktion lädt „Cycles“ jedoch geradezu dazu ein, sich näher mit dem Werk auseinanderzusetzen und wirkt darüber hinaus auch noch sehr zeitlos.

Obgleich sich die Band hauptsächlich im progressiven (Post) Rock eingerichtet hat, sind auf „Cycles“ vermehrt härtere Klänge zu vernehmen, die von einem stärkeren Metal-Einfluss künden, als dies noch auf dem Vorgängeralbum der Fall war. Dies steht Phi hervorragend und verstärkt die Intensität der Songs.

Somit werden hier nicht ausschließlich Genre-Fans hinhören; vielmehr spielen Phi mit einer einladenden Progressivität, mit der sie ihre bisherige Hörerschaft durchaus erweitern könnten.

Video


Tracklist

01 Children Of The Rain
02 Dystopia
03 In The Name Of Freedom
04 Amber
05 Existence
06 Blackened Rivers

Details

Phi – Homepage
Phi – Facebook

Label: Gentle Art of Music / Soulfood
Vö-Termin: 29.03.2018
Spielzeit: 47:29

Copyright: Gentle Art of Music



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde