Review

Holt eure Batikklamotten aus dem Schrank, steckt euch Blümchen ins Haar, entfacht das Lagerfeuer und verbreitet Peace und Love im Lande, denn genau dann seid ihr bereit für das Debütalbum „Emerald“ von Perfect Blue Sky, die die Hippie-Bewegung rein musikalisch scheinbar auf ein Neues aufleben lassen.

Auf „Emerald“ vermischt das von Jane Kitto und Pna Andersson geführte und durch Gastmusiker ergänzte Projekt Elemente des Folk mit Psychedelic und Classic Rock.
Soundtechnisch wahrt man den damit einhergehenden Retrocharme der 60er und 70er Jahre. Es rauscht, es knistert, es ist gewollt altbacken und es ist gut so, denn damit wirkt „Emerald“ insgesamt konsequent und authentisch.

An der einen Stelle hört man Einflüsse von Pink Floyd heraus, an anderer Stelle ließ man sich scheinbar von Led Zeppelin und Simon & Garfunkel inspirieren. Wie eine Kopie der Genannten wirken Perfect Blue Sky aber dennoch nicht. Mit viel Wiedererkennungswert gesegnet agiert die Band sehr eigenständig.

Neben Akustik- und E-Gitarre vernimmt man entsprechend der stilistischen Ausrichtung auch mal ein Tamburin und die Töne einer E-Orgel. Das Schlagzeug ist in seinem Einsatz sehr dezent ausgefallen. Oft steigern sich die Tracks gelungen von ruhigen zu lebhaften Momenten.

Perfect Blue Sky (Copyright: Perfect Blue Sky)

Perfect Blue Sky (Copyright: Perfect Blue Sky)

Durch die Melancholie, die das Album von Perfect Blue Sky unterschwellig durchzieht, erscheint die Mehrheit der Titel aber sehr emotional und zerbrechlich. Insbesondere der oftmals äußerst gefühlvolle Gesang unterstreicht diesen Eindruck.
Doch natürlich gibt es auch die leichter zu verdauende Kost auf „Emerald“, die eine gewisse Grundfröhlichkeit versprüht.
Somit ist wohl für jeden etwas dabei, der sich für die gute alte Zeit begeistern kann.

Einen Nachteil hat „Emerald“ allerdings, es ist auf seiner Gesamtlänge von knapp einer Stunde recht gleichklingend. Zwar werden immer mal wieder Naturgeräusche in einige Tracks integriert, im „Hiddentrack“ „Trippin‘ On A Wave“ spielt man den Song zu Beginn auch mal rückwärts ab, das war es dann aber fast schon mit den Variationen. Aus diesem Grund ist das Album von Perfect Blue Sky alles in allem recht monoton. Das wird dem einen gefallen, der andere wird sich nach kurzer Zeit langweilen.

Video

Tracklist

01 Phoenix Starlight
02 Kingdom
03 Rock & A Tide
04 Bend Me Your Sky
05 Science Man
06 Hence Your Body
07 Gospel Of The Waves
08 The Flight Of Vladimir
09 Aquaria
10 Solomon

Details

Perfect Blue Sky – Homepage
Perfect Blue Sky – Facebook
Perfect Blue Sky – Twitter

Label: Scarecrow Recordings / Sound Pollution
Vö-Termin: 23.03.2015
Spielzeit: 61:15

Copyright Cover: Scarecrow Recordings



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde