Review

Mit „Pale Horizons“ bringt das Label Reptile Music eine Compilation für alle Dream Pop-, Indie Pop-, New Wave-, Post Punk- und Shoegaze-Fans heraus. Gleichsam stellt der zehn Songs umfassende Sampler eine kompakte Werkschau des Labels dar, denn mit den hier vertretenen Künstlern wurde in jüngster Vergangenheit bereits auf unterschiedliche Art zusammengearbeitet.

Doch so manche Band, die hier ihren Platz gefunden hat, steht nicht nur mit Reptile Music in direktem Zusammenhang, auch unseren kritischen Ohren haben sie sich bereits gestellt und für ihre Veröffentlichungen ein Review kassiert.

Darunter beispielsweise die Band The Foreign Resort, die die Compilation mit ihrem Titel „Skyline/Decay“ einläutet. Der Song stammt von ihrer EP „The American Dream“ und repräsentiert bereits zu Beginn das musikalische Geschehen von „Pale Horizons“. Dreampoppig beginnend und postpunkig fortgesetzt, deckt „Skyline/Decay“ all das ab, was im Folgenden geboten wird.

Tanzbar bleibt es auch mit „Daria“ von Holygram. Der auf ihrer selbstbetitelten EP erschienene Song schöpft sein gesamtes Potenzial im Refrain aus, wobei ihm seine Simplizität zugutekommt.

Nachdem die Hörer auf den melodischen Wellen des Songs „So.Wrong“ von Dead Leaf Echo dahingetrieben sind, legen Escape With Romeo mit „After The Party“ nach. Funktionierte ihr Track bereits im Rahmen des konzeptionellen Albums „After The Future“, beweist er nun auch seine Qualitäten als alleinstehender Song.

Modern und electropoppig schließt sich „Fake Fake Copyright“ von Messer Brüder an, eine Band, die man spätestens mit ihrem letzten Album „Fahr zur Hölle“ auf dem Schirm haben sollte. Neben der Kreativität in ihren Electropop-Darbietungen lässt es das Trio auch nicht an Eingängigkeit missen. Wie dies beides zusammenpasst und beim Hörer zündet, zeigt „Fake Fake Copyright“ deutlich auf.

Erinnerungen an die guten alten 80er (und nicht zuletzt an The Cure) weckend, folgt der Titel „Flood“ von Velochrome, der auf klassische Zutaten zurückgreift und aufzeigt, dass jene auch 2017 noch eine Daseinsberechtigung haben.

Bereits „Even Rain“ von The History Of Colour TV (dem Album „Something Like Eternity“ entnommen) leitet schließlich die Rausschmeißer des Samplers ein. Denn obschon die Gitarrenarbeit noch präsent gehalten wird, baut das Berliner Trio eine ruhige Atmosphäre auf, die von den Bands The Autumn Sighs (mit dem Song „The Autumn Sighs“ von der EP „Branches“), Level Pi (mit dem Dark Ambient streifenden Song „Memento Mori“) sowie Box And The Twins (mit „Waiting For The Birds (Dreamed)“) noch einmal getoppt wird. Es wird zunehmend ruhiger und teils sperrig-experimenteller, sodass die Gefahr des Abdriftens seitens der Hörer zunimmt.

Etwas variabler (als die Künstler für sich genommen ausfallen) hätte somit die Songanordnung dargeboten werden können. Gerade zum Ende hin dominieren die hypnotischen Dream Pop-Klänge und bremsen den eher dynamischeren und oftmals tanzbaren Start von „Pale Horizons“ aus.

Nicht zuletzt erstickt jedoch der unschlagbare Preis von 1 Euro (mehr kann natürlich gerne bezahlt werden!) jede Kritik im Keim. Hörer der eingangs erwähnten Stilrichtungen sollten daher zuschlagen und sich die digitale, exklusiv über Bandcamp erhältliche Compilation zulegen.

Player & Tracklist

Details

Label: Reptile Music
Vö-Termin: 07.07.2017
Spielzeit: 52:45

Copyright Cover: Reptile Music



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde