Review

Ihr sucht einen Soundtrack zum Ende der Welt? Dann könnten euch Ophis die musikalische Untermalung für diesen Event beisteuern.

Die Jungs aus Hamburg bringen seit 2007 Platten auf den Markt und zerbersten mit ihrem Doom Death Metal so ziemlich alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Grund genug, ihr neues Werk „The Dismal Circle“ unter die Lupe zu nehmen.

Doom ist ja häufig etwas kultig angehaucht und auch Ophis erwecken diesen Eindruck. Ihre langsamen, drownigen Riffs und Schlagzeugbeats versetzen den Hörer in Trance.
Opener „Carne Noir“ beginnt eindrucksvoll, diesen Pfad zu beschreiten. Er klingt nach Ferne und menschenleeren Orten; sehr beachtlich, wie Ophis so viel Raum schaffen, dass man an langsamere Formen von Truppen wie Ulcerate oder Gorguts denken muss.

Dabei warten Ophis immer mit einem Kernriff auf, was meistens überzeugen kann. „Engulfed in White Noise“ ist so ein Kandidat, der ziemlich saftig daherkommt. Derart finsteres Material, der Song wird ab der Mitte nämlich richtig slammig, was perfekt zum aggressiven Image der Band passt, ist man aus Deutschland nicht unbedingt gewohnt, daher gibt es dafür schon einmal Sonderpunkte.

Diese gibt es auch für Philipp Kruppas Stimme. Um ihn am Mikro würde sich vermutlich jede Death Metal Band reißen.

Auch Steffen Brandes macht seine Sache solide und tight. Die Drums klingen immer schön kraftvoll, bleiben aber größtenteils ruhiger. Wilde Fills oder Blastbeats sind hier somit nicht zu erwarten. Stattdessen weckt die offene Spielweise Assoziationen zu Bands wie Sólstafir.

Ophis (Copyright: Ophis)

Der Titel „Ephemeral“ zeigt schließlich noch ein Händchen für Arrangements, was unbedingt ausgebaut werden muss.

Nicht ausbauen, dafür lieber weglassen, sollten Ophis die immer wieder eingespielten Textausschnitte, auf die man gerne hätte verzichten können. So etwas macht selten eine Platte besser.

Der Sound hat da schon mehr Einfluss auf das Hörerlebnis – und in Bezug auf „The Dismal Circle“ einen durchaus positiven. Etwas dreckig, dabei aber sehr voluminös und satt fällt jener aus.

So bilden Gesang, die Instrumentalisten, das Image und der Sound ein echt solides Doom Paket aus deutschen Landen, in das jeder Doom und Death Metal Fan einmal reingehört haben sollte.

Video

Tracklist

01 Carne Noir
02 Engulfed In White Noise
03 Dysmelian
04 The Vermin Age
05 Ephemeral
06 Shrine Of Humiliation

Details

Ophis – Homepage
Ophis – Facebook

Label: FDA Records / Soulfood Music
Vö-Termin: 20.10.2017
Spielzeit: 63:01

Copyright Cover: FDA Records



Über den Autor

Marcus
Marcus