Review

Obscure Infinity sind mittlerweile schon etwas länger in der deutschen Metalszene unterwegs. 2010 kam das Debüt „Dawn Of Winter“, dem sich weitere Alben und EPs anschlossen. 2017 hält nun nicht nur ein neues Album der Jungs parat, sondern dazu das erste Album noch einmal re-released über FDA Rekotz.

Die Truppe hat sich schon 2010 dem Old School Death Metal verschrieben – ganz im Stile von Bands wie Unleashed, Grave, Death oder Asphyx. Die Frage, die sich bei Re-Releases jedoch immer stellt: Braucht man so etwas heute noch oder bleibt man lieber bei den Originalen?

Gleich vorweg: Wir erhalten mit der 2017er Edition das gleiche Produkt wie vor sieben Jahren. Hier wurde nichts poliert oder aufgehübscht. Roher Death Metal mit gelegentlichen Instrumentaleinlagen steht an der Tagesordnung.

Der Einstieg „Summoning Of The Ancient Ones“ ist sehr stimmungsvoll und erinnert daher eher an Filmmusik.
Sobald das Stück beendet ist, bleibt allerdings rohe Gewalt in Form von „Sacrificial Ritual“ übrig. Skank Beats treffen auf schnelle Death Metal Gitarrenläufe, die sogar noch recht melodiös daherkommen; so melodiös, dass es jene Hörer überraschen wird, die mehr Brutalität erwartet hätten.

Auch die Vocals wirken leider hier und da etwas schwach; es kommt das Gefühl auf, als stünde der Sänger zusätzlich hinter einer Dämmmatte. Der Drummer haut hingegen zwar ordentlich rein, kann das Tempo aber scheinbar nicht so ganz halten, weshalb die Platte teilweise etwas schwammig wirkt. Insgesamt ist der Sound anfangs etwas schwammig und ziemlich roh. Klar, hier handelt es sich um ein sieben Jahre altes Re-Release, entsprechend sollte die Erwartungshaltung ausfallen, doch immer noch bleibt die Frage offen, ob man diese Scheibe 2017 dringend benötigt.

Eine mögliche positive Antwort liefern die Blastbeat-Passagen, mit denen Obscure Infinity punkten können und in denen sie richtig Gas geben. „Morbid Ways Of God“ drückt diesbezüglich beispielsweise ziemlich derb.

Einen extremen Kontrast bilden „Forshadowing Of A Coming Storm“ und „The Firmament Breathes Eternal Tranquillity“. Zwei Instrumentalstücke, die sehr stimmungsvoll und lieblich daherkommen.

Obscure Infinity (Copyright: Obscure Infinity)

Man kann also festhalten, dass die Band Ambitionen hat und diese eigentlich auch abrufen kann, wenngleich sie jene nicht so recht zum angebrachten Zeitpunkt auszuspielen scheinen. Häufig wird ein Riff vorgegeben und das Schlagzeug setzt nach zwei Durchläufen ein. So fangen die Songs oft an und nach mehrmaligem Hören hat man sich an diesen Strukturen sattgehört.

Dringend braucht man das 2017er Release „Dawn Of Winter“ somit nicht. Mittlerweile ist das Konzept überholt und nur echte Die Hard-Fans müssen sich dieses Exemplar noch ins Regal stellen. Für alle anderen gibt es inzwischen weitaus interessantere Alternativen, die man sich anhören kann, darunter eventuell auch das neue Album von Obscure Infinity.

Video

Trackliste

01 Summoning Of The Ancient Ones
02 Sacrificial Ritual
03 Morbid Ways Of God
04 Foreshadowing Of A Coming Storm
05 Everlasting Fires
06 Incinerator
07 In The Dephts Below
08 The Firmament Breathes Eternal Tranquillity
09 Dawn Of Winter
10 Wreak Havoc – A Blackened Mind
11 Transmitting Life To Darkness

Details

Obscure Infinity – Facebook

Label: FDA Rekotz / Soulfood Music
Vö-Termin: 24.03.2017
Spielzeit: 45:05

Copyright Cover: FDA Rekotz



Über den Autor

Marcus
Marcus