Review

Wenn ein Bassist einer erfolgreichen Band wie jene von Doro Pesch (und noch dazu ein Musiker, der involviert ist in zahlreiche andere Projekte) sich entschließt, ein Soloalbum zu veröffentlichen, kann es schon mal um die 15 Jahre dauern, bis für ein solches Unterfangen genug und passendes Material zusammenkommt. Genau dies trifft auf Nick Douglas zu, der mit „Regenerations“ nun das Ergebnis seines Schaffens im Alleingang vorlegt.

Ganz allein agiert er auf „Regenerations“ allerdings nicht, denn obschon er die meisten Instrumente selbst eingespielt hat, holte er sich einige Gastmusiker mit an Bord. Darunter auch Sharlotte Gibson und Rebecca Gowarty, die ihm gesanglich zur Seite stehen.
Insbesondere Sharlotte Gibson gewinnt im stimmlichen harmonischen Einklang mit Nick Douglas im Duett „Before You Break“ die Herzen der Hörer im Sturm.

Deutlich wird an diesem Song ebenfalls, dass Nick Douglas ein Händchen für Balladen zu haben scheint, die daher zu Recht mehrfach ihren Platz auf „Regenerations“ finden.
Darüber hinaus streift das Album viele erdenkliche Facetten des Rock, sodass der Hörer mit Stilausflügen, die von Punkrock-Nummern bis zu Alternative-Rock-Titeln reichen, immer wieder aufs Neue überrascht wird.
Abwechslung schreibt Nick Douglas auf „Regenerations“ somit sehr groß. Dadurch ist das Album weder vorhersehbar noch wird es zu irgendeinem Zeitpunkt langweilig.

Allen Songs ist gemein, dass sie (nicht zuletzt durch die saubere, klare Produktion) sehr modern klingen. „Regenerations“ brauchte also scheinbar nicht nur 15 Jahre zum Reifen und Entstehen, sondern an die 15 Jahre könnte das Album von Nick Douglas aufgrund der zeitlos wirkenden Tracks auch Bestand haben.
Im Ohr setzen sich die Titel schon allein durch ihre knackigen Hooks fest, was ebenfalls dafür sorgt, dass sich „Regenerations“ nicht als Schnellschuss entpuppt.

Nick Douglas (Copyright: Bob Nas)

Einzig die Übergänge zwischen den einzelnen Songs und die Abschlüsse einiger Titel erweisen sich als Rohdiamanten, die nicht exakt genug geschliffen wurden. So enden einige Lieder sehr abrupt, während es nur wenig Leerlauf zwischen den Tracks gibt. Diese unmittelbaren Brüche wirken – auch die Stimmung des Albums betreffend – häufig wie eine Zäsur und lassen dem Hörer zu oft zu wenig Zeit, um sich auf den jeweils nächsten Titel um- bzw. einzustellen; vor allem hinsichtlich der stilistischen Abwechslung wäre dies jedoch begrüßenswert gewesen.

Davon abgesehen gibt es an „Regenerations“ nichts auszusetzen, vorausgesetzt, man mag es vielseitig. Denn auch wenn es sich bei Nick Douglas‘ Solowerk um ein Rock-Album handelt, so interpretiert der Musiker diesen Begriff für sich selbst sehr weit. Für die einen wirkt dies erfrischend und abwechslungsreich, für die anderen scheint es an einem stilistischen Konzept zu fehlen. Wir gehören der ersten Sorte Hörer an und geben der Veröffentlichung des Bassisten, der definitiv auch hervorragend mit seiner Stimme umgehen kann, verdiente 4,5 Sterne.

Tracklist

01 Come Alive
02 All On Me
03 Before You Break (feat. Sharlotte Gibson)
04 I Need Real
05 Didn’t We Try
06 My Lucky Day
07 Uncomfortable
08 The Soul You Keep
09 Blackwood
10 You Break
11 Blue (feat. Rebecca Gowarty)

Details

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Label: Metalville / Rough Trade
Vö-Termin: 24.02.2017
Spielzeit: 35:07

Copyright Cover: Metalville



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde