Review

Ob dieses Album nun aus reinem Jam-Spaß entstanden ist, oder aber hinter den acht Songs ein Konzept steckt, ist bei „Villa“ grundsätzlich egal, denn Nap lassen es nach beiden Ansätzen klingen.
Bewaffnet mit Schlagzeug, Gitarre und Bass präsentiert die Band auf ihrem Debüt ein wahres Feuerwerk aus den catchigen Rhythmen des Stoner-Rock, glasiert mit psychedelischen Melodien und einer Portion unterschwelligem Doom-Rock.

Diese schiere Spielwut scheint zudem nie enden zu wollen – angefangen mit den Drums, die es verstehen, durch Akzente den Sound immer wieder in eine gewisse Richtung zu lenken. Ob nun mit donnerndem Rollen unter den verzerrten Klängen oder mit seichtem Groove – Nap bauen ihre Songs auf einem durchweg soliden und kreativen Fundament auf.

An dieser Stelle sei zu erwähnen, dass Nap keineswegs zu sehr auf den genretypischen Klischees herumreiten. Natürlich gibt es immer mal wieder Stellen, besonders wenn es zu den Psychedelic Rock Einflüssen kommt, die man so nicht anders erwartet hätte. Aber im Gegensatz dazu bieten die Jungs auch eine Menge darüber hinaus. Gut zu hören in Songs wie „Duna“ mit seinen rhythmischen Wogen oder in „Xurf“, der den Surf-Beat-Sound schon mit dem Titel fast vorwegnimmt.

Nap (Copyright: Nap)

Nap (Copyright: Nap)

Nicht zu vergessen, der prägnanteste Titel „Ungeheuer“, in dem Nap sich weitestgehend von ihrer üblichen Formel entfernen und so das vorherige Geschehen auf „Villa“ in diesem Titel aufarbeiten.

Rein instrumental ist die Platte zwar nicht, doch die Jungs halten sich den Gesang betreffend stark zurück. Leider ist dies im Endeffekt zu wenig, um beurteilen zu können, ob die Vocals den Sound nun weiterbringen oder nicht. Fest steht aber, dass sie ohne Vorwarnung aus dem Nichts zu kommen scheinen und für eine gelegentliche Überraschung sorgen.

Ein durchweg ansprechendes Gesamtpaket, das Nap hier mit „Villa“ abgeliefert haben. Die Musik profitiert vor allem davon, dass man sich nie an musikalischen Gegebenheiten festbeißt, sondern immer wieder über die eigenen Grenzen hinausschauen kann.

Video

Trackliste

01 Donnerwetter
02 Sabaciaa
03 Duna
04 Larva
05 Xurf
06 Shitzo
07 Ungeheuer
08 Autobahn

Details

Nap – Facebook

Label: Noisolution
Vö-Termin: 03.03.2017
Spielzeit: 43:04

Copright Cover: Noisolution



Über den Autor

Christopher