Review

Nachdem sie 2016 als „Schattenboten“ von sich hören ließen, befinden sich Mystigma dieses Jahr „Unter Wölfen“.
Auf ihrem so betitelten und inzwischen fünften Studioalbum bringt das Quartett um die Brüder Torsten und Jörg Bäumer zwölf Songs unter. Diese zeugen einmal mehr von ihrem Dark/Gothic Rock.

Genre-Treue

Wie schon auf „Schattenboten“ strotzt auch die Mehrheit der Songs von „Unter Wölfen“ vor Eingängigkeit. Etwas kürzer als beim Vorgänger kommt hingegen die Atmosphäre. Und auch Überraschungen bleiben ein weiteres Mal aus. Mystigma bewegen sich sicher in ihrem Genre. Sie überschreiten dabei aber keine Grenzen, was letztlich für genaueres Hinhören hätte sorgen können.

Mystigma meets Benni Cellini

Und das, obwohl mit einigen Extras versucht wird, das solide gespielte Material ein wenig aufzupeppen. Diesbezüglich sind es nicht nur die abermals partiell eingesetzten elektronischen Zugaben, die den Titeln zugutekommen. Indem man sich Benni Cellini (Letzte Instanz) und sein Cello für die Tracks „Koma“, „Hydra“ und „Desdemona“ mit an Bord holte, soll ebenfalls für einen Mehrwert gesorgt werden. Tatsächlich unterstreicht sein Spiel den melancholischen Anstrich und die Dichte in besagten Songs. Dennoch hätte man dem Gastmusiker durchaus noch deutlich mehr Raum geben können. So aber verschenkt man die Möglichkeit, für ein Mehr an Stimmung zu sorgen. Potenzielle Gänsehaut-Momente bleiben damit leider aus.

Viel Platz räumt man hingegen der Gitarre ein. Teils mit Wave-Charme, teils durch metallische Riffs sorgt sie für die nötige Durchschlagskraft innerhalb der Titel. Zudem schlägt sie eine Brücke, um die Band-Vorlieben für Dark Rock, Gothic Metal und 80er Jahre auf „Unter Wölfen“ homogen zusammenzubringen.

Zuweilen unlocker

Mystigma (Copyright: Mystigma)

Trotz der Melodiestärke vieler Songs ist das Album allerdings nicht immer ganz „locker“ zu hören.

Schuld daran sind auf der einen Seite die ausnahmslos auf Deutsch vorgetragenen Lyrics. Jene changieren zwischen gelungener Poesie und Metaphorik sowie sperrigem, auf die Rhythmik gezwungenem Textgut.

Auf der anderen Seite ist und bleibt der Gesang gewöhnungsbedürftig. Ihm sei erneut ein hoher Wiedererkennungswert und ein eigener Charakter zuzuschreiben. Ob im positiven oder negativen Sinne bleibt allerdings den Hörern und ihrem ganz persönlichen Geschmack überlassen. Um das Urteil in die für die Band richtige Richtung zu lenken, hätte es ein wenig mehr gesangliche Variationen geben dürfen. Dass Mystigma dazu in der Lage sind, zeigte man auf „Schattenboten“ recht eindrucksvoll.

Fazit

Alles in allem liefern Mystigma mit „Unter Wölfen“ keine hörbare Steigerung zum Vorgängeralbum ab. Wer aber auf eingängigen Dark und Gothic Rock steht, dem sei das neue Werk der Band durchaus zu empfehlen.

Tracklist

01 Geschrieben in Blut
02 Koma
03 Dreh dich um
04 Kriegsspuren
05 Leere Worte
06 Neptun’s Mond
07 Unter Wölfen
08 Superbia
09 Hydra
10 Colonia Dignidad
11 Verlorene Zeit
12 Desdemona

Details

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Label: Timezone Records
Vö-Termin: 28.09.2018
Spielzeit: 54:05

Copyright Cover: Timezone Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde