Review

Morbitory zelebrieren Death Metal der alten Schule. Name und Stil könnten von den Jungs aus dem Norden Deutschlands nicht treffender gewählt sein, und das macht auch ihre EP „Into The Morbitory“ deutlich.

Der erste und gleichzeitige Titeltrack „Into the Morbitory“ zeigt ihre ganze Bandbreite an Kreativität – sowohl im positiven als auch im negativen Sinn.
Tom-Geklatsche und langsame Doom-Riffs erstrecken sich über drei Minuten hinweg, um das Hirn der Hörer zu zermürben. Der Sound passt, die Riffs sind dafür relativ langweilig und nehmen in einem Song derart viel Zeit in Anspruch, die für so viel Banalität unangebracht scheint.

Doch zwei Bandmitglieder können im Ring sehr gut bestehen. So zeigt auf der einen Seite Henning an den Drums, wo der Frosch die Locken hat; Tripples, Doublebass und schnelle Blasts funktionieren sauber und werten die sonst recht flachen Tracks gut auf. Auf der anderen Seite trumpft Angelgrinder mit Growls auf, die schön knackig ausfallen, während seine Screams ziemlich fies daherkommen und das gewisse Oldschoolige im Sound der Band unterstreichen.

Wirklich im Ohr bleiben von der 6-Track-EP „Into the Morbitory“ schließlich die Songs „White mask“ und „Screams of horror“, denn hier erkennt man eine eventuelle Vorliebe der Jungs: Cannibal Corpse.
In „White mask“ geht es so richtig voran. Zwischendurch lockern ein paar Grooves den über vier Minuten langen Track auf. Dabei schieben die Groove-Riffs dieses Mal außerordentlich gut.
„Screams of horror“ fährt noch härtere Geschütze auf und walzt mit derben Blastbeats über den Hörer hinweg.

Morbitory, 2016 (Copyright: Morbitory)

Weil alle weiteren Songs leider eher in der Mittelmäßigkeit versinken und man daher bei „Into the Morbitory“ größtenteils von Standardkost aus dem Death Metal-Segment sprechen kann, stellt sich die Frage, wieso es nicht mehr solcher Tracks wie „White mask“ und „Screams of horror“ auf die EP geschafft haben.

So aber bleibt festzuhalten: Wer Morbitory nicht auf dem Schirm hat, verpasst leider auch nichts. Ihr straighter Death Metal kommt in ein paar lichten Momenten sehr schön zur Geltung, nach ein paar Durchläufen bleibt aber nicht viel Interessantes hängen. Einfach nur halbgare Riffs mit Humpa-Beat versetzen, reicht leider nicht aus. Es fehlt an Earcatchern und Hooks, die mitreißen.

Video

Trackliste

01 Into the Morbitory
02 Tales of the dead
03 House of monstrosity
04 White mask
05 Screams of horror
06 Angelgrinder

Details

Morbitory – Facebook

Label: Bret Hard Records
Vö-Termin: 09.12.2016
Spielzeit: 22:09

Copyright Cover: Bret Hard Records



Über den Autor

Marcus
Marcus