Review

In einem fast regelmäßigen Rhythmus erschienen von 2004 bis 2014 immer wieder akustische sowie visuelle Machenschaften der sechsköpfigen Liedermacher aus Hamburg. Die „nur“ eineinhalb Jahre zum neusten Album der Monsters of Denglisch schienen deswegen umso unerträglicher. Mit passendem Titel „Wiedersehen macht Freude“ wurden es am Ende siebzehn Titel, eine knappe Stunde der üblichen Unterhaltung und dazu noch eine Live-Performance.

Was die Monsters of Liedermaching ausmacht, ist der typisch sarkastische, direkte und manchmal derbe Humor, der den Fans schon seit Jahren Seitenstechen vom Lachen verschafft. Zu allem Übel kommen dann auch noch Songs zum Vorschein, die man aufgrund ihrer cleveren Kompositionen nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Generell kann man sagen, dass sich Monsters of Liedermaching selbst und ein wenig auch ihre Musik nicht gerade ernst nehmen und die Band daher wohl ihre omnipräsente Sympathie schöpft.

Ernst nehmen sollte man jedoch die musikalischen Qualitäten der Monsters. Ausgestattet mit ihren bespannten Akustikwaffen wird auch auf „Wiedersehen macht Freude“ wieder ordentlich in die Saiten gehauen – entweder galoppierend, wenn der „Nachbar“ über einem wieder das ganze Haus mit seiner Kopulation wach hält, oder in ruhiger, tragischer Melancholie bei „Haie“. Das Arrangement von Rhythmus, Melodie oder dem einen oder anderen Solopart trifft immer genau den Punkt. Doch nicht nur mit den Gitarren, sondern auch gesanglich spielt man sich die Bälle auf der Platte stets gut zu. Die verschiedenen Gesangsfarben sind zwar nie makellos, aber genau das ist es eigentlich, was den Sound der Band ausmacht.

Monsters Of Liedermaching (Copyright: Mario Andreya)

Monsters of Liedermaching (Copyright: Mario Andreya)

Für Abwechslung ist sicherlich gesorgt, sowohl in den Titeln, also auch in der Wahl der lyrischen Themen. Wie gewohnt darf man sich an den cleveren und witzigen Texten vergnügen, bei denen sich selbst die Interpreten das eine oder andere Lachen zwischen den Zeilen nicht verkneifen können. Auch dem Publikum merkt man die amüsierte Begeisterung hörbar an, wenn der nächste Akkord mit einer weiteren Pointe endet. Achtet man beim Durchlaufen der Platte mal nicht auf die Songtitel, wird man bei Nummer sechs aufgrund des gemächlichen Tempos wohl erst eine Ballade zwischen all der Blödelei erwarten. Aber falsch gedacht, sobald man hier animiert wird, sich nicht doch gemeinsam zu erleichtern, um Zeit zu sparen, drückt „Pissen gehn“ einem den nächsten Lacher heraus.

So zeigt sich, dass Monsters of Liedermaching wie erwartet immer mal wieder für eine Überraschung gut sind; hörbare Titel, die hängen bleiben oder sogar (wie „Mr Parker“) schon fast Züge eines sich bald etablierenden Kinderliedes annehmen. Einziges Manko an der Platte wäre vielleicht, dass man das Gequatsche der sechs Jungs zwischen den Songs nicht mit auf die Platte genommen hat. Diese spontanen Einlagen wären noch ein witziges Highlight des Albums gewesen, doch angesichts der vor Humor überquellenden Musikstücke ist dies durchaus vertretbar.

„Wiedersehen macht Freude“ spricht wohl für sich selbst. Musikalisch und von der Art der Präsentation her einwandfrei. Außerdem sitzen ja die Monsters of Liedermaching hinter ihren Klampfen. Was will man da also mehr?

Video

Trackliste

01 Klingel am Balkon
02 Frauenmagnet
03 Fisseln
04 Nachbar
05 Doublefuck
06 Pissen gehn
07 Mr Parker
08 42
09 Haie
10 Salatblatt
11 Waschbär
12 Cola Korn
13 Niedlich
14 Alle Lichter
15 Flitzepfeile
16 Best Western
17 Seefahrerlied

Details

Monsters of Liedermaching – Homepage
Monsters of Liedermaching – Facebook

Label: Notolose / Soulfood Music
Vö-Termin: 08.04.2016
Spielzeit: 51:46

Copyright Cover: Notolose



Über den Autor

Christopher