Review

„MILS brillieren auf ihrer EP „We Fight | We Love“ mit energiegeladenen Electro Rock“ heißt es als werbewirksames Statement im Infoschreiben zur aktuellen Veröffentlichung der Franzosen. An Vorschusslorbeeren nicht sparend, sind auch die Erwartungen der Hörer entsprechend hoch – doch die Band kann mit jedem ihrer fünf Songs die eingangs zitierte Aussage mit Leichtigkeit bestätigen.

Fern des bereits x-Male zuvor gehörten Electro Rock beschreiten MILS neue Wege, indem mutig unterschiedliche Stile miteinander kombiniert werden. So greifen die fünf Musiker um Sängerin Mélodie Pastor u.a. auf Rock-, New Wave-, Electro- und sogar auf Trip Hop-Elemente zurück, um ihrem Sound das gewisse Etwas zu verleihen.
Trotz dieser Vielfalt verlieren MILS den Fokus auf eingängige Melodien nicht aus den Augen, sondern fügen jenem durch ihre Interpretation des Genres vielmehr spannende Extras hinzu, die Akzente setzen können – und nicht selten die Energie eines Tracks auf ein Neues anschieben.

Dass man es auf „We Fight | We Love“ nicht mit herkömmlich heruntergespieltem Electro Rock zu tun hat, hört man aber vor allem an der Gesangsstimme der Frontfrau. Mit eher rotzigem Unterton und damit der MILS-Musik zeitweilig gar eine leichte Grunge-Note verpassend, fällt ihre Stimme positiv auf und unterscheidet sich von den zu häufig schon gehörten klaren, kühlen und steril produzierten Sängern des Genres.

Weniger ungewöhnlich ist es, dass man den Songs einer Electro Rock Band häufig die 80er Jahre als Inspirationsquelle anhört. Dies ist auch bei MILS der Fall, die mit „We Fight | We Love“ zwar retro-orientiert auftreten, ihr Endergebnis aber hervorragend in die Moderne adaptiert haben.

MILS (Copyright: Leveque Geoffrey)

Als Anspieltipps eignen sich ausnahmslos alle Songs der EP, dennoch soll an dieser Stelle der Titel „No Body“ besonders erwähnt werden. An zweiter Stelle platziert, gehört er nicht nur zu jenen Tracks, die zeigen, dass sich MILS mit jedem folgenden Lied auf „We Fight | We Love“ selbst übertreffen können, hier hat sich die Band zudem Verstärkung am Mikro geholt. Mit Sänger Duja von dem Electro Rock-Projekt MXD ist eine Stimmgewalt mit an Bord, die dem Song eine Eindringlichkeit verpasst, der man sich nicht entziehen kann. Allein aufgrund von „No Body“ lohnt sich die Anschaffung der EP bereits.

Was soll man da also noch kritisieren? MILS servieren mit „We Fight | We Love“ eine rundum gelungene EP, auf der jeder Song ins Schwarze trifft und mit jeweils lobenswerten Eigenheiten auftrumpft, ohne das in sich stimmige musikalische Thema des kompakten Silberlings zu durchbrechen. Abwechslungsreich und vor allem energiegeladen treibt das Quintett somit ihre Hörer durch die Veröffentlichung, die zwar insgesamt und durch den positiven Gesamteindruck viel zu kurz ausgefallen ist, doch wozu gibt es schließlich die Repeattaste … in diesem Sinne: Auf ein Neues!

Video

Tracklist

01 Come Home
02 No Body (feat. Duja (MXD))
03 Escape
04 Strange Night
05 Casus Belli

Details

MILS – Homepage
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Label: Eigenproduktion
Vö-Termin: 01.12.2017
Spielzeit: 20:49

Copyright Cover: MILS



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde