Review

Nachschub für Hörer von Female Fronted und Symphonic Metal gibt es aus Bulgarien. Die Band Metalwings offeriert ihre Debüt-EP namens „Fallen Angel in the Hell“ und versucht damit, in diesem umkämpften Genre ihre Hörer und Fans zu finden.

Der gleichnamige Titeltrack eröffnet den musikalischen Reigen. Die klassische Metal-Instrumentierung, bestehend aus E-Gitarre, Bass und Drums, bilden mit den orchestralen Arrangements, dem Piano und der Flöte eine interessante und wohlklingende Symbiose. Diese dient der Untermalung für den angenehmen klingenden, hellen Gesang von Sängerin und Bandgründerin Stela Atanasova, die nicht nur als Vokalistin agiert, sondern ebenfalls für das prägnante, Melodie tragende Violinenspiel verantwortlich ist. Die derartige Kombination funktioniert bestens; sie verleiht nicht nur diesem, sondern auch den folgenden Songs einen leicht barocken, zusätzlichen klassischen Touch und berührt den Hörer auf sehr angenehme Weise.

Im anschließenden „Slaves of the Night“ wird das flotte Tempo beibehalten. Sehr dominant erfolgt hier der Einsatz des Pianos. Stela Atanasova beweist, dass sie auch die sehr hohen Tonlagen beherrscht und Freunde von Gitarrensoli werden ebenfalls auf ihre Kosten kommen. Nichtsdestotrotz fehlt dem Song ein echtes Highlight.

„Ship of Shadows“ wartet mit einem überraschend langen Instrumentalteil zu Beginn auf (erst nach ca. 1:30 Minuten setzt der Gesang ein). In diesem Lied wird die Violine wieder zum Melodie tragenden Instrument. Ein wunderbarer Refrain vollendet dieses musikalische Kunstwerk auf einzigartige Art.

Ebenfalls mit ausgiebigem Instrumentalbeginn erklingt danach „Immortal Metal Wings“, der durch seine hellen, „süßlichen“ sinfonischen Arrangements fast schon einen gewissen Pop-Touch aufweist. Dem tonalen Grundthema hätten düstere Elemente womöglich besser gestanden.

Den Abschluss der EP bildet das wohl inzwischen jedem Symphonic-Metal-Hörer bekannte „Crying of the Sun“, ein Song, an dem man bisher einfach nicht vorbeikam und der sich als hartnäckiger Ohrwurm erweist. Der Track ist vielleicht DIE Referenz-Nummer für Metalwings schlechthin, denn hier werden alle Trademarks der Band gelungen zusammengeführt und zusätzlich im Refrain durch Clean-Male-Gesang ergänzt. „Crying of the Sun“ hat – nicht zuletzt durch die vordergründige Violine – eine träumerische, eingängige Melodie, die einen einfach nicht mehr loslässt.

Metalwings (Copyright: Metalwings)

Metalwings überraschen mit ihrer Debüt-EP durchaus. Zum einen haben sie mit der Verwendung von Violine und Flöte Instrumente am Start, die sie aus der Masse der Female Fronted und Symphonic Metal-Bands herausheben. Diese setzen sie sehr gekonnt in ihren Songs ein. Zum anderen zaubern die Bulgaren quasi aus dem Ärmel eine schön klingende Melodie nach der nächsten. Sämtliche Songs auf „Fallen Angel in the Hell“ sind sehr melodiestark und mindestens drei Titel offenbaren echtes Ohrwurmpotenzial („Fallen Angel in the Hell“, „Ship of Shadows“, „Crying of the Sun“). Damit haben Metalwings eine hervorragende Basis, um viele Hörer mit ihrer Musik zu erreichen. Man kann daher auf das für 2018 angekündigte Album gespannt sein.

Bis dahin drückt man gerne die Repeattaste, um nochmals in die romantisch angehauchten Klangwelten von Metalwings einzutauchen.

Video

Tracklist

01 Fallen Angel in the Hell
02 Slaves of the Night
03 Ship of Shadows
04 Immortal Metal Wings
05 Crying of the Sun

Details

Metalwings – Homepage
Metalwings – Facebook

Label: Eigenproduktion
Vö-Termin: 12.05.2016
Spielzeit: 27:35

Copyright Cover: Metalwings



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde