Review

Die griechische Band Meden Agan präsentiert mit „Catharsis“ ihr bereits viertes Album.

Nach einem düsteren, morbiden Instrumental-Intro nimmt „The Purge“ richtig Fahrt auf und prescht unmittelbar in die Gehörgänge. Die neue Frontdame Dimitra Panariti überzeugt sofort mit ihrer variantenreichen, stets angenehm zu hörenden Stimmfarbe. Mehrstimmiger Gesang im Refrain, der dezente Einsatz von Chören und ein Gitarrensolo vervollständigen einen rundum gelungenen Auftakt.

Eine ganze Schippe drauf legen Meden Agan mit dem anschließenden „Cleanse Their Sins“. Der Einsatz des Chores gleich zu Beginn verleiht dem Song eine gewisse Epik. Auch hier agiert Dimitra Panariti zunächst sehr rockig, bevor sie über die Bridge zu klassischem Gesang mit Chor im Refrain wechselt. Einfach klasse der Song und ein richtiger Ohrwurm.

Es folgen „No Escape“ mit seinen melodietragenden, hellen Keyboards sowie das leicht orientalisch angehauchte „Whispers In The Dark“. Während erstgenannter Song eher straight daherkommt, begeistert in „Whispers In The Dark“ der wieder klassisch gesungene Refrain mit dem Background-Chor.

Mit „Shrine Of Wisdom“ und „Veil Of Faith“ schließen sich zwei weitere schnelle, sehr opulent arrangierte Songs an. Erst in „Salvation“ wird dem Hörer dann endlich, zumindest in den Strophen, eine kleine Pause gegönnt, werden diese doch eher balladesk vorgetragen, bevor im Refrain die komplette Instrumentalfraktion zum Einsatz kommt.
Der nächste Titel „Lustful Desires“ sagt dann eigentlich auch schon alles: düsterer, fast schon dunkel-erotisch geht es hier zur Sache.

In „A Curse Unfolding“ und vor allem im finalen Song „Weaver Of Destiny“ kommt schließlich auch Mastermind Aris Nikoleris gesanglich zum Einsatz. Seine Stimme harmoniert hervorragend mit der weiblichen Gesangsstimme und man hätte diese beiden durchaus noch öfters gerne im Wechselspiel gehört.

Meden Agan (Copyright: Meden Agan)

Auf den insgesamt zehn Songs und einem Intro von „Catharsis“ erfinden Meden Agan den Symphonic Metal nicht neu, kombinieren aber die Versatzstücke des Genres sehr geschickt, sodass sich die Hörer auf eine energiegeladene Scheibe freuen dürfen. Assoziationen zu den Genre-Größen Nightwish oder Epica bleiben zwar nicht ganz aus, trotzdem klingen Meden Agan eigenständig genug, um nicht nur als eine Kopie dieser genannten Bands zu gelten. Sämtliche Songs wirken sehr kompakt und ohne ausufernden musikalischen Ballast. Auf Breaks oder Tempowechsel wird weitestgehend verzichtet; die Chöre kommen wohldosiert zum Einsatz. Als ausgesprochener Glücksfall entpuppt sich Sängerin Dimitra Panariti, die mit ihrem Sopran sehr flexibel agiert – mal rockig, mal klassisch, mal sogar etwas freaky (wie zum Beispiel in der zweiten Strophe in „Shrine Of Wisdom“). Freunde verspielter Gitarrensoli kommen zusätzlich auf ihre Kosten, wird dadurch auch die eine oder andere kleine kompositorische Schwäche kaschiert.

Mit „Catharsis“ setzen Meden Agan somit ein dickes Ausrufezeichen im Symphonic Metal und erhalten von uns verdiente 4,5 Punkte.

Video

Tracklist

01 Catharsis
02 The Purge
03 Cleanse Their Sins
04 No Escape
05 Whispers In The Dark
06 Shrine Of Wisdom
07 Veil Of Faith
08 Salvation
09 A Curse Unfolding
10 Lustful Desires
11 Weaver Of Destiny

Details

Meden Agan – Homepage
Meden Agan – Facebook
Meden Agan – Twitter

Label: No Remorse Records / Soulfood
Vö-Termin: 05.01.2018
Spielzeit: 49:29

Copyright Cover: No Remorse Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde