Review

Die Band Me Against The World (kurz MATW) aus Oberschwaben präsentiert mit „Breaking Apart“ ihr Debütalbum.

Die eigene Stilmixtur

Mittels elf Songs und einem eigenen Stilmix wollen die vier Musiker die Metal- und Rockszene aufmischen.
Laut Infozettel spielt die Band bei ihrer Mischung „mit unterschiedlichen Einflüssen aus dem Spektrum zwischen Metallica, Iron Maiden, System Of A Down bis hin zu Queen und den progressiven Beatles“. Hier wird im Infoschreiben also mit Namen jongliert, die Großes erwarten und erhoffen lassen. Das Ergebnis namens „Breaking Apart“ bleibt einen Beweis schuldig. Denn keine einzige der genannten Bands ist tatsächlich auch nur ansatzweise herauszuhören. Gut insofern, da Me Against The World eine Eigenständigkeit aufweisen. Schlecht insofern, da Erwartungen geweckt wurden, die letztlich nicht erfüllt werden.

Fehlende Raffinesse

Schnell wird deutlich, dass es den Songs auf „Breaking Apart“ insgesamt an Raffinesse fehlt. Stattdessen kommen sie – ob nach vorne treibend oder balladesk – eher monoton (auch – und vor allem – gesanglich) beim Hörer an. Insbesondere repetitive Riffs und eine fehlende Dynamik sorgen dafür, dass das Debüt auf Albumlänge schnell langweilig wird. Trotz einiger guter Ansätze (z.B. durch interessante, vielversprechende Songintros) verlieren sich die Tracks schnell in ihrer Monotonie.

Daran ändern auch Geräuschsamples wie in „Dying World“ oder martialische Skyrim-artige „Uh-ah-Chöre“ in „Morgans Misery“ nicht viel. Zwar bemüht man sich damit um Akzente, die Abwechslung bringen und zur Atmosphäre beitragen sollen, so richtig zünden wollen diese Ideen allerdings nicht.

Weibliche Verstärkung

Ein kleiner Lichtblick ist schließlich jedoch der Titeltrack in der Radioversion, der durch seinen Duett-Charakter überzeugt. Die weibliche Stimme begeistert durch gefühlvollen Gesang, und beinahe fühlt man sich dabei ertappt, sie sich als festes Bandmitglied zu wünschen.

Underground-Charme

Me Against The World (Copyright: Me Against The World)

Statt Metallica, System Of A Down und Co. ist es vielmehr der 70er und 80er Jahre Heavy Rock/Metal mit Underground-Charme, den man mit der Spielart von Me Against The World assoziiert. Entsprechend roh und erdig fällt der Sound aus, der die Band unweigerlich um Jahre zurück katapultiert. Der damit einhergehende oftmals dumpfe Klang kommt der rockigen 70er Jahre-Note zwar entgegen, wirkt 2018 jedoch – und vor allem in Kombination mit der erwähnten fehlenden Raffinesse – fast schon ein wenig amateurhaft. Auch deshalb, da der Gesang durch den rauen Sound-Einschlag häufig nicht gut durchkommt.

Für Fans von undergroundigem 70er/80er Jahre Heavy Rock/Metal sicherlich eine Hörprobe wert. Um in der Metalszene aber an vorderster Front mitzumischen, muss noch die eine oder andere Schippe draufgelegt werden.

Video

Preview

Tracklist

01 Go Away
02 Dead Or Alive
03 Defrauded
04 Dying World
05 Say No More
06 Against The World
07 This Day We Fight
08 Breaking Apart
09 Eternal Sorrow
10 Morgans Misery
11 Breaking Apart (Special Radio Edit)

Details

Me Against The World – Homepage
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Label: Fastball Music / Soulfood
Vö-Termin: 12.10.2018
Spielzeit: 58:11

Copyright Cover: Fastball Music



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde