Review

Die Franzosen von Mantra bringen mit „Laniakea“ ihr neustes Modern Prog Metal-Gespiel auf den Markt. Drei Jahre nach ihrem ersten Album „Into The Light“ gibt die Band so richtig Gas und erweitert ihr Portfolio um mehr Tiefe und Klanglandschaften, die man so nicht erwartet hätte. Ihr schlagzeugorientiertes Songwriting zieht den Hörer in seinen Bann und lässt ihn erst nach der Laufzeit von über einer Stunde wieder los. „Laniakea“ könnte also der große Wurf für die Band werden.

Als Einflüsse geben Mantra Bands wie Gojira, Textures oder Opeth an. Automatisch erwartet der Hörer daher, genau jene in ihrer Musik wiederzufinden. Hier und da erhält man auch genau das, doch Mantra macht noch deutlich mehr aus. Abgefahrene Soli wie in „Inner Cycle“ erinnern beispielsweise an Lamb of God, denn hier groovt es ohne Ende. Ebenso kommen einem Tool in den Sinn.

Mantra sind sehr rhythmisch orientiert. Jeder Song bringt seinen eigenen Vibe mit. Der Sound ist dabei schön differenziert und keineswegs zugemüllt. Dies bedeutet, dass die Produktion zwar nicht abartig fett, dafür aber extrem stimmig ist. Der Song „Pareidolia“ könnte somit auch auf einer aktuellen Mastodon-Platte laufen.

Lediglich die teilweise langatmigen Intros wirken etwas deplatziert. Dass sich die Band Zeit in ihren Tracks nimmt, fällt eigentlich nicht, die Intros betreffend aber leider dann doch negativ ins Gewicht.

Sänger Pierre kann hingegen auf ganzer Linie überzeugen. Sein Gesang ist schön eingängig, während seine Growls satt und intensiv daherkommen.

Auch Schlagzeuger Gabriel leitet die Truppe sauber durch die Songs. Seine Grooves und Zwischenspiele sind erstklassig. Gerade die heftigeren Passagen wirken dank minimalem Einsatz extrem derb. Diesbezüglich kristallisiert sich eine Parallele zu Opeth heraus.

Wenn dann auch noch der Song „Visions in the Cave“ erst einmal in Fahrt kommt, schiebt jener ordentlich nach vorne. Da wird es schon etwas moderner und Mantra tendieren in Richtung Djent. Absolute Weltklasse –  wie auch „Abred“, der mit einem ruhigen Intro beginnt, um dann im Groove- und Melodie-Gewitter so richtig aufzublühen. Dabei wirkt alles wie aus einem Guss; nicht zuletzt, da Mantra definitiv aufeinander eingespielt sind.

Mantra (Copyright: Mantra)

Die absolute Hörempfehlung gibt es abschließend noch mit „Dead Sun“.

Mantra sind wirklich grandios. Ihr gut durchdachter Prog Metal mit vielen Anleihen an die Großen des Business kann auf ganzer Linie überzeugen. Natürlich gibt es hier und da ein paar Ecken und Kanten, darunter fallen die teilweise langen Intros oder das Überstrapazieren mancher Parts. Dennoch sind die Songs sehr gut geschrieben und lassen den Hörer immer wieder staunen.

Mantra sollten somit gehört und gerade mit dem neuen Album einem breiteren Publikum zugeführt werden.

Video

Tracklist

01 Dust
02 Marcasite
03 Inner Cycle
04 Pareidolia
05 Faces
06 Visions in the Cave
07 Abred
08 In the Wake of the Millions
09 Laniakea
10 Dead Sun

Details

Mantra – Facebook

Label: Finisterian Dead End Records
Vö-Termin: 31.10.2016
Spielzeit: 66:07

Copyright Cover: Finisterian Dead End



Über den Autor

Marcus
Marcus