Review

Mit dem ersten beim Label Metalville veröffentlichten Album „Now You Know“ wollte die in Manhattan geborene Madame Mayhem bereits 2016 ihre internationale Fangemeinde erweitern. Nun will sie es mit dem Nachfolger „Ready For Me“ erneut wissen.

Die darauf zu findenden 13 Songs, für dessen Umsetzung die rockende Singer/Songwriterin abermals namhafte tatkräftige Unterstützung gesucht und u.a. in Clint Lowery (Sevendust) sowie Troy McLawhorn (Evanescence) gefunden hat, fallen nicht zuletzt aufgrund der knackigen Spielzeiten sehr kurzweilig aus.

Zwischen Hardrock und Alternative tobt sich Madame Mayhem stilistisch offener als noch auf ihrem letzten Album aus. Musikalisch passiert auf „Ready For Me“ demnach viel. Ob eine „verspielte“ instrumentale Ebene (wie beispielsweise in „Hurt Me“ zu hören), eine verstärkte Tendenz in die Alternative-Ecke mit Songs wie dem härteren „Innocent“ oder sogar der Hauch einer Punk-Attitüde („All Around The World“) – all dies verpasst „Ready For Me“ einen frischen, modernen Anstrich, der nicht festgefahren wirkt und die Zielgruppe vergrößern sollte.
Für all jene, die auf eine Doro- oder Lita Ford-Nachfolgerin gehofft haben, könnte Madame Mayhem nun zwar etwas zu modern klingen, insgesamt ist hier weniger vom klassischen Hardrock aber definitiv mehr.

Ein Manko, das bereits im Review zu „Now You Know“ zur Sprache kam, bleibt allerdings auch an dieser Stelle nicht unerwähnt. So ist der Gesang von Madame Mayhem sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Auf Albumlänge wirkt die stimmliche Darbietung insgesamt zu einseitig. Dies spricht der Musikerin keineswegs ihr Können ab, man sollte ihre Stimmfarbe aber mögen, um über 47 Minuten Gefallen an ihrem neuen Album zu finden. Es besteht die Gefahr, dass man sich Madame Mayhem schnell satthört, auch wenn sie hier stilistisch breiter aufgestellt scheint. Die musikalische Abwechslung auch gesanglich an die Hörer zu transportieren, gelingt somit nur bedingt. Ausnahmen bilden nur einzelne Parts von „Stand Up“ oder das unaufdringliche „Original“.

Alles in allem löst somit die Musik (z.B. in Form der gelungenen Gitarrensoli) im Hörer auf emotionaler Ebene mehr aus als der Gesang; selbst eine Ballade wie „Before You Burn“ vermag das nicht. Damit bleibt Madame Mayhems Intention hinter ihrem Album

The new songs are very personal to me. The lyrics come from real life experiences I was dealing with at the time, and some topics I continue to strugle with today. I hope the listeners can relate to the new music and make it part of their own lives.

leider zu häufig ein Wunsch.

Madame Mayhem (Copyright: Madame Mayhem)

Gleichsam ist ihr zitiertes Anliegen eventuell eine Erklärung dafür, dass kaum Ohrwürmer oder „Hit-Granaten“ vorzufinden sind. Trotz einiger vorhandener gelungener Melodien scheint hier der Schwerpunkt deutlich auf dem Mitteilen wollen statt auf der Eingängigkeit und auf einprägsame Momente zu liegen.
Dies und der Umstand, dass dadurch nötige Highlights in einzelnen Titeln fehlen, führen mitunter dann auch schon mal zu skippbaren Songs.
Vor allem Fans werden es Madame Mayhem verzeihen und die neuen Facetten, die durch das Album kennengelernt werden dürfen, begrüßen.

Video

Tracklist

01 War You Started
02 Wake Up (Enemy)
03 Hurt Me
04 Innocent
05 All Around The World
06 Number One
07 Stand Up
08 Say Go
09 Before You Burn
10 Original
11 Slow It Down
12 So Wrong (Lay You To Rest)
13 Ready For Me

Details

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Label: Metalville / Rough Trade
Vö-Termin: 20.10.2017
Spielzeit: 47:31

Copyright Cover: Metalville



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde