Review

Nach Nick Douglas und seinem Soloalbum „Regenerations“ wandelt mit Luca Princiotta ein weiterer Musiker aus Doros Band – unter dem Banner Luca Princiotta Band und mit dem Album „Rough Blue“ – auf Solopfaden.

An seiner Seite: Matteo Bertini (Vocals), Gian-Andrea Costa (Bass) und Rocco Lombardi (Drums). Alle zusammen lassen ihre Stilvorlieben in die hier zu hörenden zehn Songs einfließen, die sich ganz dem traditionellen Rock widmen. Somit stehen allen voran Blues-Anleihen auf „Rough Blue“ ganz hoch im Kurs. Performt wird das Ganze auf technisch hohem Niveau und insbesondere mit einer großen Portion Leidenschaft.

Bertini, der auch für die Texte auf „Rough Blue“ verantwortlich ist, hat auf der Gesamtspielzeit von knapp 43 Minuten eher wenig zu tun. Denn wie von einem Album eines Gitarristen zu erwarten, steht dieses Instrument natürlich im Vordergrund. Entsprechend teilt sich das Album in viele von der Gitarre dominierte Instrumentalstücke und nur wenige Songs mit Gesang (darunter „What It Takes“, „Nothing But This Song“ und „Ain’t No Love“) auf. Jenen verpasst der Sänger mit seiner warmen Stimme allerdings einen angenehm zu hörenden Touch und präsentiert sich mal sanft-emotional, mal rau-rockig. Sein – wenn nötig – kraftvolles Organ könnte für den gewählten Stil nicht passender sein, sodass es insgesamt – die Gitarren-Freunde mögen es mir nachsehen – schade ist, ihn hier nur so selten zu hören.

Besagte Gitarren-Fetischisten kommen hingegen auf ihre Kosten, denn ob rein instrumental oder mit Gesang, immer wieder zeigt Namensgeber Luca Princiotta sein Können an den Sechssaitern. Verspielte, ausgiebige Soli sind die Folge.

Luca Princiotta Band (Copyright: Reto Albertalli)

Versöhnlich mit allen anderen Hörern und Rock-Fans zeigt sich Luca Princiotta Band durch gelungene Melodien, die teils sogar sehr eingängig ausfallen. Leider wirken die allzu ruhigen Stücke oftmals wie bessere Fahrstuhlmusik. An diesen Stellen hätte etwas mehr Pepp und Moderne nicht geschadet.
Das zeigt sich auch bereits im Opener „On Board“, der chillig groovend den Einstieg in das Album markiert, doch trotz einer gelegentlichen Tempozunahme noch nicht so recht vom Hocker reißen will. Während die Gitarren-Liebhaber mit einigen Details und Akzenten abgeholt werden, sollten Rock-Fans zudem dringend ein Faible sowohl für die bluesige Ausrichtung des Genres als auch für mehrheitlich ruhigere Stücke mitbringen.

Alles in allem ist Luca Princiotta Band ihre Versiertheit und hörbare Leidenschaft nicht abzusprechen; Letztere sollten allerdings auch die potenziellen Hörer für „Rough Blue“ aufbringen.

Video

Tracklist

01 On Board
02 Shake The Cake
03 What It Takes
04 When Everything’s Right
05 The Guest
06 Nothing But This Song
07 Rough Blue
08 The Good Life
09 Ain’t No Love
10 We Need Time

Details

Luca Princiotta Band – Homepage
Luca Princiotta Band – Facebook
Luca Princiotta Band – Twitter

Label: Metalville / Rough Trade
Vö-Termin: 25.05.2018
Spielzeit: 42:16

Copyright Cover: Metalville



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde