Review

Eine ganze Menge Material hat sich scheinbar bei Luc Stargazer seit Erscheinen der ersten EP „Evolution“ (2011) und trotz reger Live-Aktivität angesammelt. Zeit, dies der gewachsenen Fangemeinde von der Band um Frontmann Lazy Schulz (Whispers In The Shadow) vorzustellen. Zeit für das Debütalbum „Lunascape“, das beim Label Reptile Music erscheint.

Als Vorgeschmack auf das 14 Tracks umfassende Debüt, dessen Inhalt ein Mix aus Post Punk, Wave und Shoegaze darstellt, gaben Luc Stargazer bereits im Vorfeld den Song „Dramaboy And Traumaqueen“ als Single preis.

Das Für und Wider von Interludes

Bei dem tanzbaren Song ahnt der Hörer noch nicht, dass es auf „Lunascape“ nicht permanent so zugeht. Genug solcher (club)hitverdächtigen Titel sind auf dem Album zwar definitiv anzutreffen; der Flow, den diese Stücke verströmen, respektive die Atmosphäre, die die ebenfalls vorhandenen ruhigeren Tracks aufbauen, machen jedoch instrumentale Interludes regelmäßig zunichte.

Was als gute Idee angedacht war – wollten die Dresdner mit diesen Zwischenspielen doch vor allem den Albumnamen hörbar machen – erzielt nicht immer den gewünschten Effekt. Statt den teils gut gemachten, teils gut gemeinten, immer aber dennoch stimmungsvollen Soundscapes, oft auch sinnvoll platziert, möchte man alles in allem lieber weiteren „herkömmlichen“ Songs der Band lauschen. Zu gut sind jene ausgefallen, sodass die Kritik an den Interludes gleichsam als Kompliment für die regulären Songs verstanden werden kann.

Für Atmosphäre ist gesorgt

Luc Stargazer (Copyright: Ma Nu)

Darüber hinaus besitzen die einzelnen Songs bereits ausreichend Atmosphäre, dass das Album mehr davon eigentlich gar nicht gebraucht hätte. Erzeugt wird diese sowohl durch schöne, teils sphärische Melodien als auch durch den Einsatz von Hall-Effekten. Dabei finden Luc Stargazer einen gelungenen Kompromiss aus schwelgerischer Klangschönheit und mitreißender Eingängigkeit.

Nicht zuletzt profitieren Songs und Band aber von der ausdrucksstarken Stimme des Frontmannes. Sie transportiert nicht nur viel Gefühl an die Hörer, sondern erzeugt auch ein Wohlfühlgefühl, dem sich kein Hörer entziehen kann.

So bleibt am Ende ein Album, das mit Songs besticht, die gerne auch auf Repeat gehört und nicht nur Fans genannter Genres ansprechen werden. Man darf daher gespannt sein, welche weiteren musikalischen Perlen Luc Stargazer in Zukunft noch präsentieren werden.

Video

Tracklist

01 (Bleeding)
02 The Dragonfly
03 Dramaboy And Traumaqueen
04 Brightness
05 (Into The Dawn)
06 Lucys Eyes
07 (Saturn)
08 Sternenmeer
09 Skylights
10 (4 A.M.)
11 Like A Ghost
12 Intronauts
13 Mr. Freeze
14 (Sternenmeer Reprise)

Details

Luc Stargazer – Homepage | Luc Stargazer – Facebook

Label: Reptile Music / Altone
Vö-Termin: 31.08.2018
Spielzeit: 53:15

Copyright Cover: Reptile Music



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde