Review

Die belgischen Extremgrinder von Leng Tech’e sind so extrem, dass sie ihrem Stil einen eigenen Namen gegeben haben. Sie machen Razorgrind und so heißt auch das neue Album: „Razorgrind“.

Ein wenig anders als die Vorgänger hört sich „Razorgrind zwar an, rein soundtechnisch kann der Hörer aber die gleiche Kost wie in den letzten Jahren erwarten. Die Jungs geben sich nun aber viel verspielter und bringen andere Elemente in die Tracks, wodurch man hier nicht nur stumpfen Grindcore vorfindet.

So startet beispielsweise ein „The Red Pill“ sehr atmosphärisch und fast schon rockig. Der Stilbruch steht der Band außerordentlich gut. Dazu die immer wiederkehrenden Bangparts, wie sie „Gundog Allegiance“ im Mittelteil aufweist. Aus diesem Grund kann man Leng Tch’e auch nicht nur in die Grind-Schublade stecken, denn es steckt hier und da auch viel Metal drin. Also eher Groove-Grind? Wer „Razorgrind“ hört, der weiß zumindest, was gemeint ist.

Die Produktion ist abermals ziemlich fett und an den richtigen Stellen rotzig. Der Stil bleibt nachvollziehbar und Frontmann Serge ist nicht nur live charismatisch, auch auf seinen Platten hört man ihn einfach immer heraus.

Bei Leng Tch’e kann man eben immer 100% erwarten – und bekommt sie auch; mit „Razorgrind“ sogar in einer neuen Qualität bzw. facettenreicher. Dazu gehört der bereits genannte Track „The Red Pill“ sowie „Guinea Swine“, der beinahe als Goth-Track mit Blastbeats durchgehen könnte.

Diesbezüglich muss man definitiv den Schlagzeuger erwähnen, denn seine heftigen Grooves drücken die Hörer am meisten gegen die Wand. Echte Walz- und Krachfreunde müssen sich zudem folgende Tracks anhören: „I am the Vulture“ für die Groover und „Stentor of Doom“ für die Chaosfreunde.

Leng Tech’e (Copyright: Serch Carriere)

Nachdem „Razorgrind“ einmal vorbeigezogen ist, bleibt allerdings noch nicht viel hängen. Die Songanfänge klingen oftmals gleich und kopiert, sodass sich der etwas tiefere Blick lohnt. Damit die Platte nicht zum Einheitsbrei verkommt, denn das wäre mehr als schade, ist es somit empfehlenswert, sie zunächst mehrmals zu hören.

Leng Tech’e veröffentlichen mit „Razorgrind“ also ein absolut starkes Album, welches sich erst nach mehrmaligem Hören so richtig entfaltet. Kennt man sie als stumpfe Grinder, überrascht „Razorgrind“ positiv. Obwohl die Songs vielleicht oftmals nach Schema F aufgebaut sind, würzt die Band sie gelungen nach, um sie etwas kräftiger zu machen.

Video

Trackliste

01 Gundog Allegiance
02 Indomitable
03 Cibus
04 Spore
05 AnarChristic
06 Stentor of Doom
07 Redundant
08 Commitment Fail
09 The Red Pill
10 Species Path Extinction
11 Guinea Swine
12 Cirrhosis
13 I am the Vulture
14 Magellanic Shrine

Details

Leng Tch’e – Homepage
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Leng Tch’e – Twitter

Label: Season of Mist
Vö-Termin: 22.09.2017
Spielzeit: 36:27

Copyright Cover: Season of Mist



Über den Autor

Marcus
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