Review

Leaves‘ Eyes eröffnen das Metal-Jahr 2018 mit ihrem neuen Album „Sign Of The Dragonhead“ und nehmen alle Fans auf eine erneute musikalische Reise in die Welt der Wikinger und nordischen Mythologie mit.
Elf Symphonic Metal Tracks hält das reguläre Album parat, und Leaves‘ Eyes schließen damit – musikalisch und auch thematisch – nahtlos an ihr letztes Album „King Of Kings“ an.

Für einen äußerst gelungenen Einstieg in den Longplayer sorgt bereits der Opener „Sign Of The Dragonhead“. Schnell und melodiebetont, trotzdem in seiner Grundcharakteristik recht rau gehalten entführt er die Hörer mühelos in die archaische Welt der Wikinger. Viele kleine und liebevolle Arrangements aus dem Pagan-Bereich tragen bereits hier zur Wirkung und Authentizität des Songs bei.

„Across The Sea“ führt die aufgebaute Stimmung mühelos fort, wobei hier der Pagan-/Folk-Anteil noch vordergründiger angelegt ist und der Song damit unweigerlich zum Feiern und Mitsingen einlädt. Auch „Riders On The Wind“ geht mit den gespielten Pipes in diese Richtung.

Mit „Jomsborg“ und „Fires In The North“ haben Leaves‘ Eyes weitere richtig gute Nummern am Start, die nicht zuletzt durch eingestreute Gangshouts eine Spur martialischer klingen, während „Shadows In The Night“ wieder sehr stark auf Melodie setzt.

Mit etwas gedrosseltem Tempo erklingt „Like A Mountain“ und verbreitet vor allem im Refrain viel Melancholie, während die Ballade „Fairer Than The Sun“ doch recht belanglos bleibt und nicht die Intensität entwickelt, die man sich erhofft.

Das folklastige Instrumentalstück „Rulers Of Wind And Waves“ unterstreicht nochmals die Atmosphäre des Albums, bevor das schnelle „Waves Of Euphoria“ das Werk gebührend abschließt.

Leaves‘ Eyes (Copyright: Leaves‘ Eyes)

Für Sängerin Elina Siirala ist es das erste Full-Length-Album mit Leaves‘ Eyes (ihren Einstand gab sie mit der EP „Fires In The North“) und sie macht ihre Sache wirklich ausgezeichnet. Ihre kräftige Stimme ist stets präsent und besteht mühelos gegen die Instrumentalfront. Die Growls von Mastermind Alexander Krull kommen hingegen nur reduziert zum Einsatz; einzig in „Waves Of Euphoria“ wird ihnen in den Strophen mehr Raum gegeben.
Glücklicherweise begehen Leaves‘ Eyes nicht den Fehler, die Gesangsstimmen den orchestralen Beigaben und Chören unterzuordnen, sondern setzen letztere nur vereinzelt und im Background ein. So bleibt dem Album eine gesunde, metallische Härte jederzeit erhalten.

Die Songs sind allesamt relativ gradlinig angelegt, auf kompositorische Schnörkel verzichtet die Band fast vollständig. Dafür hat man bei den Arrangements nicht gespart und vermittelt dadurch über Albumlänge das bereits angesprochene Viking-Flair, dem sich die Hörer nur schwer entziehen werden können.

Leaves‘ Eyes offerieren mit „Sign Of The Dragonhead“ ein erstes Metal-Highlight im noch jungen Jahr 2018. Wer auf nordisch-raue Klänge, sinfonische Zusätze und eine ausdrucksstarke Stimme steht, dem ist „Sign Of The Dragonhead“ wärmstens zu empfehlen.

Video

Tracklist

01 Sign Of The Dragonhead
02 Across The Sea
03 Like A Mountain
04 Jomsborg
05 Völva
06 Riders On The Wind
07 Fairer Than The Sun
08 Shadows In The Night
09 Rulers Of Wind And Waves
10 Fires In The North
11 Waves Of Euphoria

Details

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Label: AFM Records
Vö-Termin: 12.01.2018
Spielzeit: 47:14

Copyright Cover: AFM Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde