Review

Die US-amerikanische Rockband King Kobra, gegründet Anfang der 80er Jahre, reunierte 2010 und ließ ihren seit dieser Zeit veröffentlichten Alben „King Kobra“ und „King Kobra II“ einen Auftritt beim Sweden Rock Festival 2016 folgen. Jenes Konzert gibt es nun auf dem Live-Album „Sweden Rock Live“ zu hören.

Trotz einiger Bandjahre auf dem Buckel war dies das erste europäische Festival, das die Band spielte. Entsprechend packte das Quintett sowohl ihre alten als auch neueren Songs auf die Setlist, um den ca. 8.000 vor der Bühne versammelten Zuschauern – in Altrocker-Manier und dennoch nicht eingerostet – mit Hard-, Heavy Rock– und AOR-Klängen ordentlich einzuheizen.

Die Publikumszahl ist der Live-Aufnahme allerdings kaum anzumerken. Obschon die Liveatmosphäre im Zuschauerraum ihren Platz im Soundbild von „Sweden Rock Live“ gefunden hat, vor allem dann, wenn es zu hörbaren Interaktionen zwischen Band und Fans kommt, wirkt die Präsenz der Hörer eher gering.

Besser kommt hingegen die Spielfreude und Energie der Band zum Ausdruck, sodass unweigerlich Eindrücke und Bilder vor dem geistigen Auge der Album-Hörer bezüglich ihres Konzerts entstehen.
Dieses bietet neben den regulären Songs von King Kobra zusätzlich ein Drum-Solo als Extratrack, ein Bass-Solo im (leider stark gekürzt dargebotenen) W.A.S.P.-Cover „Wild Child“, ein Gitarrensolo innerhalb der Interpretation des Deep Purple Songs „Highway Star“ sowie den Song „Heaven and Hell“ als Tribute an Ronnie James Dio.

Soundtechnisch kann man an „Sweden Rock Live“ kaum etwas kritisieren. Legt ein Song erst mal los, überzeugt eine klare Akustik. Vorab vernimmt man teilweise einige Geräusche wie vermutlich Nebelmaschinen und Pyrotechnik, was die Fantasie der Hörer über das Live-Geschehen ankurbelt, in den Songs selbst glücklicherweise dann aber kaum mehr zu hören ist. Somit bleibt der Spielfluss der Lieder ohne Störungen erhalten und der Konsument gewinnt den Eindruck, es beinahe mit der Qualität einer Studioaufnahme zu tun zu haben.

Die Band King Kobra, das Sweden Rock Festival und die Tatsache, es hier mit einem Live-Album zu tun zu haben, sind für Die-Hard-Fans der Rock-Urgesteine und des Genres bereits drei Argumente, sich „Sweden Rock Live“ zuzulegen. Ein weiterer Grund kommt hinzu, besieht man sich die letzte Veröffentlichung der Truppe, die bereits fünf Jahre zurückliegt. Zeit also für neues Material. Wenngleich das Live-Album davon wenig birgt, überzeugt es immerhin als aktueller Output der Band sowie mit energiegeladenen und soundtechnisch angenehm zu hörenden Live-Eindrücken. Attraktiv ist „Sweden Rock Live“ allerdings nicht nur für jene, die King Kobra kennen. Auch Interessierte an Live-Aufnahmen und gutem altehrwürdigem Hardrock dürften hier gut bedient werden.

Tracklist

01 Ready to Strike
02 Tear Down the Walls
03 Knock ‚Em Dead
04 Shadow Rider
05 Live Forever
06 Ballad of Johnny Rod
07 Bass Solo – Wild Child
08 Hunger
09 Highway Star
10 Heaven and Hell
11 Drum Solo
12 Raise Your Hands to Rock
13 Turn Up the Good (Times)

Details

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Label: Metalville / Rough Trade
Vö-Termin: 27.07.2018
Spielzeit: 56:14

Copyright Cover: Metalville



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde