Review

Wie (Power) Metal und Astrologie zusammenpassen, möchte J.P. Krom mit seinem Album „The Inner Gods“ unter Beweis stellen und nimmt sich mit seinem astrologisch-esoterischen Konzept (inkl. des entsprechend selbst kreierten Genres „Astrologic Metal) viel vor. Um sein Ziel zu erreichen, suchte sich der einstige Solokünstler aus Chile im Laufe der Zeit weitere Musiker und ließ sein Ein-Mann-Projekt zu einer Band heranwachsen. Jene gibt nun auf den satten 14 Tracks des Albums alles, doch reicht das aus, um sich auch hierzulande Gehör zu verschaffen?

Interessant, vielversprechend und Atmosphäre gleichsam wie Erwartungen aufbauend läutet das „Intro (Proem To War)“ den Silberling ein. Orchestrale Beigaben verheißen eine Epik, die im folgenden Spielverlauf allerdings schnell wieder verpufft. Statt den angezeigten Bombast weiterzuverfolgen, gibt es bereits mit „As You Bleed For Me“ auf die Zwölf – und damit die volle Härte Metal, die J.P. Krom auch in den anschließenden Songs zu bieten gedenken.

Leider wird der Truppe dies letztlich zum Verhängnis, denn durch die sehr ähnlich angelegten Songs, das Fehlen von Überraschungen und Highlights und den zu oft gleichen Mustern kann „The Inner Gods“ das Interesse der Hörer auf Albumlänge nicht aufrechterhalten. Zwar blitzen immer wieder lichtblickartige Momente hervor, darunter beispielsweise das ausgiebige Solo in „The Never Resting Mind“ oder einige gute eingängige Melodien, wie sie u.a. ein „Goddess Of Death, Pt. 1“ und ein „Society Requirements“ besitzen, insgesamt kommen jene allerdings zu stiefmütterlich vor, dass sie den Gesamteindruck von „The Inner Gods“, der das Album im durchschnittlichen Wertungsbereich verorten lässt, revidieren könnten.

Abwechslung bringen gegen Ende des Albums einige Variationen bezüglich der Stilistik, sodass der überwiegend vorhandene Power Metal-Eindruck von „The Inner Gods“ mit Nummern wie „The Excentric and Radical Change“ durchbrochen wird, gleichzeitig verliert das Album dadurch aber auch an konsequenter stilistischer Linie.

J.P. Krom (Copyright: J.P. Krom)

Defizite lassen sich zudem am Gesang feststellen. Wirkt jener oftmals wie aufgesagt und lässt es an Ausdruck und Melodie vermissen, sodass auch eine Ballade wie „Receptive Source“ ihrer emotionalen Schlagkraft beraubt wird, geht die Stimme zu oft in der Breitseite an Drumming und Gitarren unter. Dies macht zugleich die vereinzelt eingesetzten Spielereien mit Zerrsounds auf der Stimme verzichtbar, denn diese klingen in jenen Momenten viel zu undifferenziert und breiig.

Astrologic Metal also – nun, J.P. Krom bringt mit „The Inner Gods“ deutlich mehr als gesungene Horoskope unter das hörwillige Volk. Doch trotz ausgefallenem Konzept wird es das Album schwer haben, sich in der Masse an Veröffentlichungen durchzusetzen. Als exotische Neuentdeckung ist J.P. Krom allerdings ein Ohr wert, denn Können und Potenzial sind vorhanden. Nun heißt es, jenes auch in Zukunft verstärkt auszuschöpfen.

Video

Tracklist

01 Intro (Proem To War)
02 As You Bleed for Me
03 Seduced by Venus
04 The Never Resting Mind
05 Receptive Source
06 Omnipotent Egotist
07 Logical Detailed Reasons
08 Off-Balanced
09 Goddess of Death, Pt. 1
10 Igneous Philosopher
11 Society Requirements
12 The Excentric and Radical Change
13 Abstract Illusion of an Existence
14 Goddess of Death (Edit)

Details

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Label: The Music Machine
Vö-Termin: 23.06.2017
Spielzeit: 64:40

Copyright Cover: The Music Machine



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde